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Dekubitusprophylaxe im Pflegeexamen

Die Dekubitusprophylaxe ist ein Kernthema der Aufsichtsarbeit 2 und beruht auf dem DNQP-Expertenstandard. Geprüft werden Risikoeinschätzung und konkrete, begründete Maßnahmen.

Pflegesituation zum Thema Dekubitusprophylaxe im Pflegeexamen

Steckbrief

Ein Dekubitus ist eine lokale Schädigung von Haut und Gewebe durch anhaltenden Druck oder Scherkräfte, meist über Knochenvorsprüngen. Er ist weitgehend vermeidbar.

Leitsymptome

  • nicht wegdrückbare Rötung über einem Knochenvorsprung (Kategorie 1)
  • Blasen, offene Hautstellen bis tiefe Wunden (höhere Kategorien)
  • Schmerzen und Überwärmung im Bereich
  • Prädilektionsstellen: Steißbein, Fersen, Trochanter

Beobachtung und Überwachung

  • Risikoeinschätzung, klinisch und mit Skala (z.B. Braden), bei Aufnahme und im Verlauf
  • regelmäßige Hautinspektion, besonders an gefährdeten Stellen
  • Fingertest zur Prüfung einer wegdrückbaren oder nicht wegdrückbaren Rötung
  • Beweglichkeit, Ernährungs- und Hautzustand

Pflegerische Schwerpunkte

  • Individuelle Risikoeinschätzung nach dem DNQP-Expertenstandard, klinisch und mit Skala, regelmäßig wiederholt.
  • Druckentlastung durch Bewegungsförderung und Positionswechsel nach individuellem Plan, nicht starr nach Uhr.
  • Geeignete druckverteilende Hilfsmittel gezielt einsetzen, keine Fersen aufliegen lassen.
  • Hautpflege und Hautschutz, Feuchtigkeit vermeiden, keine schädigenden Maßnahmen wie Massage geröteter Stellen.
  • Ausreichende Ernährung und Flüssigkeit fördern, da Mangel das Risiko erhöht.
  • Beratung und Anleitung der Person und der Angehörigen, alles nachvollziehbar dokumentieren.

Examens-Aufgaben mit Musterlösung

1Prüfungsaufgabe 1Schwerpunkt I.2: Pflegeprozess Gesundheitsförderung und Prävention

Beschreiben Sie, wie Sie bei einem immobilen Menschen das Dekubitusrisiko einschätzen und welche drei Maßnahmen Sie ableiten. Beziehen Sie sich auf den DNQP-Expertenstandard.

Musterlösung anzeigen

Risikoeinschätzung: klinische Einschätzung plus ein Assessmentinstrument (z.B. Braden-Skala), bei Aufnahme und regelmäßig im Verlauf, dazu systematische Hautinspektion.

Maßnahme 1, Druckentlastung: individueller Bewegungs- und Positionsplan zur Förderung der Eigenbewegung, Fersen frei lagern.

Maßnahme 2, Hautschutz: Haut trocken und gepflegt halten, Feuchtigkeit und Scherkräfte vermeiden, keine Massage geröteter Areale.

Maßnahme 3, Ernährung: ausreichende Eiweiß- und Flüssigkeitszufuhr fördern, da Mangelernährung das Risiko erhöht. Alles dokumentieren und evaluieren.

Lerntipp: Immer den DNQP-Expertenstandard nennen und die Risikoeinschätzung an den Anfang stellen. Massage geröteter Stellen ist ein klassischer Fehler.

2Prüfungsaufgabe 2Schwerpunkt V.1: Wissenschaftlich begründen, evidenzbasierte Pflege

Begründen Sie wissenschaftlich, warum das Massieren geröteter Hautstellen zur Dekubitusprophylaxe abzulehnen ist.

Musterlösung anzeigen

Die Massage bereits geschädigten, minderdurchbluteten Gewebes kann die Schädigung verstärken statt sie zu verhindern.

Der DNQP-Expertenstandard und die Leitlinien raten ausdrücklich von Massage geröteter Areale ab.

Wirksam ist stattdessen die konsequente Druckentlastung. Wissenschaftliche Begründung schlägt tradiertes Handeln.

Lerntipp: Für Kompetenzbereich V zählt: eine Aussage mit einer Quelle oder einem Standard belegen, nicht nur behaupten.

Schnell-Check zum Selbsttesten

3 Fragen
1

Welche Aussage zur Dekubitusprophylaxe ist korrekt?

Nicht ganz. Die Druckentlastung durch Bewegungsförderung und Positionswechsel ist die zentrale Maßnahme. Massage geröteter Stellen ist zu unterlassen.

2

Womit wird das Dekubitusrisiko strukturiert eingeschätzt?

Nicht ganz. Die Braden-Skala ist ein etabliertes Instrument zur Einschätzung des Dekubitusrisikos, ergänzend zur klinischen Einschätzung.

3

Was prüft der Fingertest bei einer Hautrötung?

Nicht ganz. Eine nicht wegdrückbare Rötung ist ein Dekubitus der Kategorie 1. Der Fingertest unterscheidet sie von einer harmlosen, wegdrückbaren Rötung.

So bereitest du dich vor

  • Präge dir den Ablauf des DNQP-Expertenstandards ein (Einschätzung, Maßnahmen, Schulung, Evaluation).
  • Merke dir die Prädilektionsstellen und den Fingertest.
  • Lerne die typischen Fehler (Massage, starrer Rhythmus), die in der Prüfung abgefragt werden.
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  1. 1Der Pflegeprozess als roter Faden
  2. 2Medikamente verstehen statt pauken
  3. 3Notfälle früh erkennen
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  5. 5Wie dein Gehirn unter Druck lernt

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