14 Fragen · mit Lösung und Erklärung

Hygiene und Infektionsschutz

Die 5 Momente der Händehygiene, Schutzausrüstung, multiresistente Erreger und das Infektionsschutzgesetz. Hygiene ist examensrelevant und alltagsentscheidend.

1mittel

Eine Pflegefachkraft betreut einen Bewohner mit MRSA-Besiedlung in der Nase. Welche Maßnahme hat die höchste Priorität bei der Unterbrechung der Infektionskette?

  • ATäglicher Wechsel der Bettwäsche
  • BKonsequente Händedesinfektion vor und nach jedem Bewohnerkontakt
  • CIsolierung des Bewohners in einem Einzelzimmer ohne Besuchserlaubnis
  • DProphylaktische Antibiotikagabe an alle Kontaktpersonen
Lösung und Erklärung

Richtig: B) Konsequente Händedesinfektion vor und nach jedem Bewohnerkontakt

Die konsequente Händedesinfektion ist die wirksamste Einzelmaßnahme zur Unterbrechung von Infektionsketten. MRSA wird hauptsächlich über kontaminierte Hände übertragen. Isolierung kann ergänzend sinnvoll sein, aber Besuchsverbote sind nicht indiziert.

2mittel

Auf einer Pflegestation treten innerhalb von 48 Stunden drei Fälle von wässrigem Durchfall auf. Welcher Erreger muss vorrangig in Betracht gezogen werden und welche Sofortmaßnahme ist korrekt?

  • ASalmonellen, sofortige Antibiotikatherapie einleiten
  • BNorovirus, betroffene Bewohner kohortenisolieren und Flächendesinfektion mit viruziden Mitteln durchführen
  • CClostridium difficile, alle Bewohner der Station prophylaktisch mit Vancomycin behandeln
  • DE. coli, Küche informieren und alle Lebensmittel entsorgen
Lösung und Erklärung

Richtig: B) Norovirus, betroffene Bewohner kohortenisolieren und Flächendesinfektion mit viruziden Mitteln durchführen

Bei gehäuftem Auftreten von Durchfallerkrankungen innerhalb kurzer Zeit auf einer Station ist Norovirus der häufigste Erreger. Kohortenisolierung und viruzide Flächendesinfektion sind die korrekten Sofortmaßnahmen. Alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel sind gegen Noroviren nur begrenzt wirksam.

3mittel

Welche Aussage zur Übertragung von Krankheitserregern im Pflegealltag trifft zu?

  • AViren können sich außerhalb des menschlichen Körpers nicht vermehren, sind aber auf Oberflächen teilweise tagelang infektiös
  • BBakterien benötigen immer einen lebenden Wirt zur Vermehrung
  • CPilzinfektionen werden ausschließlich durch direkten Hautkontakt übertragen
  • DParasiten spielen in deutschen Pflegeeinrichtungen keine Rolle mehr
Lösung und Erklärung

Richtig: A) Viren können sich außerhalb des menschlichen Körpers nicht vermehren, sind aber auf Oberflächen teilweise tagelang infektiös

Viren vermehren sich nur in lebenden Wirtszellen, können aber auf Oberflächen (je nach Erreger) Stunden bis Tage infektiös bleiben. Bakterien können sich auch auf unbelebten Oberflächen vermehren. Pilze und Parasiten sind auch in Deutschland pflegerelevant.

4mittel

Frau Müller (82 Jahre) hat einen Harnwegskatheter. Sie entwickelt Fieber und trüben Urin. Welche Maßnahme gehört NICHT zur Infektionsprävention bei Harnwegskathetern?

  • AGeschlossenes Harnableitungssystem verwenden
  • BKatheterbeutel stets unterhalb des Blasenniveaus halten
  • CRoutinemäßige Blasenspülungen mit antiseptischer Lösung durchführen
  • DTägliche Intimpflege mit Wasser und pH-neutraler Seife
Lösung und Erklärung

Richtig: C) Routinemäßige Blasenspülungen mit antiseptischer Lösung durchführen

Routinemäßige Blasenspülungen mit antiseptischen Lösungen sind laut KRINKO-Empfehlung nicht indiziert und können sogar die Schleimhaut schädigen. Geschlossene Systeme, korrekte Beutelposition und Intimpflege sind evidenzbasierte Präventionsmaßnahmen.

5mittel

Ein Pflegeschüler fragt, warum bei der Basishygiene immer Einmalhandschuhe getragen werden müssen, wenn man doch anschließend die Hände desinfiziert. Welche Antwort ist fachlich korrekt?

  • AHandschuhe ersetzen die Händedesinfektion vollständig
  • BHandschuhe schützen vor Kontamination, ersetzen aber nicht die Händedesinfektion nach dem Ausziehen
  • CHandschuhe müssen nur bei MRSA-Patienten getragen werden
  • DHandschuhe sind nur bei invasiven Maßnahmen Pflicht
Lösung und Erklärung

Richtig: B) Handschuhe schützen vor Kontamination, ersetzen aber nicht die Händedesinfektion nach dem Ausziehen

Handschuhe schützen vor Kontamination der Hände, sind aber nicht dicht (Mikroperforationen). Daher ist die Händedesinfektion nach dem Ausziehen der Handschuhe zwingend erforderlich. Handschuhe werden bei jedem vorhersehbaren Kontakt mit Körperflüssigkeiten getragen.

6mittel

Welche der folgenden Erreger gehören zu den gramnegativen Stäbchenbakterien und sind als multiresistente Erreger (MRE) klinisch besonders relevant?

  • AStaphylococcus aureus und Enterococcus faecium
  • BEscherichia coli und Klebsiella pneumoniae mit ESBL-Bildung
  • CClostridium difficile und Mycobacterium tuberculosis
  • DStreptococcus pyogenes und Legionella pneumophila
Lösung und Erklärung

Richtig: B) Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae mit ESBL-Bildung

E. coli und Klebsiella pneumoniae sind gramnegative Stäbchenbakterien. ESBL (Extended Spectrum Beta-Laktamasen) produzierende Stämme sind multiresistent und klinisch hochrelevant. MRSA ist grampositiv, C. difficile bildet Sporen und ist kein MRE im engeren Sinne.

7mittel

In einem Pflegeheim soll das Hygienekonzept aktualisiert werden. Welches Dokument bildet die verbindliche Rechtsgrundlage für den Hygieneplan?

  • ADie Hausordnung der Einrichtung
  • B§36 Infektionsschutzgesetz in Verbindung mit den KRINKO-Empfehlungen
  • CDie Empfehlungen des Robert Koch-Instituts ohne gesetzliche Grundlage
  • DDie DIN-Normen für Reinigung und Desinfektion
Lösung und Erklärung

Richtig: B) §36 Infektionsschutzgesetz in Verbindung mit den KRINKO-Empfehlungen

Nach §36 IfSG sind Pflegeeinrichtungen verpflichtet, innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in Hygieneplänen festzulegen. Die KRINKO-Empfehlungen konkretisieren die gesetzlichen Anforderungen und gelten als Stand der medizinischen Wissenschaft.

8mittel

Herr Schmidt wird mit einer offenen Wunde am Unterschenkel aus dem Krankenhaus entlassen. Der Entlassbrief vermerkt eine VRE-Besiedlung. Welche Hygienemaßnahme ist im Pflegeheim korrekt?

  • ASofortige Einzelzimmerisolierung mit Schleusenfunktion
  • BStandardhygiene mit konsequenter Händedesinfektion, Handschuhe und Schutzkittel beim Verbandswechsel, kein generelles Einzelzimmer nötig
  • CVerweigerung der Aufnahme bis zur VRE-Sanierung
  • DProphylaktische Antibiotikagabe an alle Mitbewohner des Zimmers
Lösung und Erklärung

Richtig: B) Standardhygiene mit konsequenter Händedesinfektion, Handschuhe und Schutzkittel beim Verbandswechsel, kein generelles Einzelzimmer nötig

VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken) erfordern in Pflegeheimen keine generelle Einzelzimmerisolierung. Konsequente Standardhygiene mit Händedesinfektion sowie Handschuhe und Schutzkittel bei Kontakt mit der Wunde sind ausreichend.

9mittel

Welche Aussage zur Rolle der Pflegefachkraft in der Infektionsprävention ist korrekt?

  • AInfektionsprävention ist ausschließlich Aufgabe der Hygienefachkraft
  • BPflegefachkräfte tragen durch konsequente Basishygiene im Alltag den größten Anteil an der Infektionsprävention
  • CDie Verantwortung liegt allein beim ärztlichen Personal
  • DInfektionsprävention ist nur bei immunsupprimierten Patienten relevant
Lösung und Erklärung

Richtig: B) Pflegefachkräfte tragen durch konsequente Basishygiene im Alltag den größten Anteil an der Infektionsprävention

Pflegefachkräfte haben den intensivsten und häufigsten Kontakt zu Patienten und Bewohnern. Durch konsequente Basishygiene (Händedesinfektion, PSA, Flächendesinfektion) tragen sie den quantitativ größten Anteil an der Infektionsprävention.

10mittel

Während der Morgenpflege bemerkt eine Pflegekraft, dass bei einem Bewohner plötzlich mehrere Bewohner auf dem Flur über Erbrechen klagen. Was ist der erste Schritt?

  • AAbwarten und beobachten, ob sich die Symptome von selbst bessern
  • BDie betroffenen Bewohner in ihren Zimmern belassen, Symptome dokumentieren und die Stationsleitung sowie den Hygienebeauftragten umgehend informieren
  • CSofort das Gesundheitsamt anrufen
  • DAllen Bewohnern Antiemetika verabreichen
Lösung und Erklärung

Richtig: B) Die betroffenen Bewohner in ihren Zimmern belassen, Symptome dokumentieren und die Stationsleitung sowie den Hygienebeauftragten umgehend informieren

Bei Verdacht auf einen Ausbruch (gehäuftes Auftreten gleichartiger Symptome) ist die sofortige Information der Leitung und des Hygienebeauftragten der erste Schritt. Die Dokumentation sichert die Nachvollziehbarkeit. Das Gesundheitsamt wird nach interner Bewertung informiert.

11mittel

Eine Pflegekraft wäscht sich die Hände mit Seife, bevor sie einem Bewohner einen peripheren Venenkatheter verbindet. Was ist an diesem Vorgehen falsch?

  • ANichts, Händewaschen ist ausreichend
  • BVor aseptischen Tätigkeiten ist eine hygienische Händedesinfektion erforderlich, Händewaschen allein reicht nicht aus
  • CEs hätte ein chirurgische Händedesinfektion sein müssen
  • DHandschuhe allein wären ausreichend gewesen
Lösung und Erklärung

Richtig: B) Vor aseptischen Tätigkeiten ist eine hygienische Händedesinfektion erforderlich, Händewaschen allein reicht nicht aus

Vor aseptischen Tätigkeiten (Moment 2 der WHO) ist eine hygienische Händedesinfektion mit alkoholbasiertem Präparat erforderlich. Händewaschen reduziert die Keimzahl nicht ausreichend und kann bei häufiger Anwendung die Hautbarriere schädigen.

12mittel

Welcher der fünf Momente der Händehygiene nach WHO wird im Pflegealltag am häufigsten vergessen?

  • AVor Patientenkontakt
  • BNach Kontakt mit der Patientenumgebung
  • CNach Kontakt mit Körperflüssigkeiten
  • DVor aseptischen Tätigkeiten
Lösung und Erklärung

Richtig: B) Nach Kontakt mit der Patientenumgebung

Studien zeigen, dass der Moment 5 (nach Kontakt mit der Patientenumgebung, z. B. Bettgitter, Nachttisch, Infusionsständer) am häufigsten vergessen wird, obwohl kontaminierte Oberflächen eine relevante Übertragungsquelle darstellen.

13mittel

Du musst einen Bewohner mit Norovirus-Infektion versorgen. Welche PSA-Kombination ist korrekt?

  • AEinmalhandschuhe und Händedesinfektion reichen aus
  • BEinmalhandschuhe, Schutzkittel, Mund-Nasen-Schutz (bei Erbrechendem: FFP2) und anschließend Händedesinfektion plus Händewaschen
  • CNur FFP2-Maske, da Norovirus aerogen übertragen wird
  • DSchutzbrille und Handschuhe ohne Schutzkittel
Lösung und Erklärung

Richtig: B) Einmalhandschuhe, Schutzkittel, Mund-Nasen-Schutz (bei Erbrechendem: FFP2) und anschließend Händedesinfektion plus Händewaschen

Bei Norovirus ist die vollständige PSA erforderlich: Handschuhe, Schutzkittel und MNS (bei Erbrechen FFP2 wegen Aerosolbildung). Zusätzlich ist nach Ausziehen der Handschuhe sowohl Händedesinfektion als auch Händewaschen empfohlen, da alkoholbasierte Präparate gegen unbehüllte Viren begrenzt wirksam sind.

14mittel

Die Einwirkzeit der hygienischen Händedesinfektion beträgt laut Herstellerangabe 30 Sekunden. Wie sollte das Desinfektionsmittel aufgetragen werden?

  • ANur auf die Handflächen und einmal verreiben
  • BNach dem standardisierten Einreibeverfahren (EN 1500): Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingerkuppen, Daumen und Handgelenke einbeziehen
  • CDas Mittel auf die Hände sprühen und an der Luft trocknen lassen
  • DGroßzügig auftragen und mit Papierhandtuch abwischen
Lösung und Erklärung

Richtig: B) Nach dem standardisierten Einreibeverfahren (EN 1500): Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingerkuppen, Daumen und Handgelenke einbeziehen

Die hygienische Händedesinfektion nach EN 1500 umfasst sechs standardisierte Schritte, bei denen alle Handpartien einschließlich Fingerkuppen, Daumen und Fingerzwischenräume einbezogen werden. Die Hände müssen während der gesamten Einwirkzeit feucht bleiben.

Tipp: Erst selbst beantworten, dann die Lösung aufklappen. So trainierst du das Abrufen unter Prüfungsbedingungen.

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