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📝ExamensvorbereitungArtikel 6 von 8

Qualitätsmanagement & Hygiene: Prüfungsrelevantes Wissen

QM-Grundlagen, Hygienestandards und Infektionsschutz, strukturiert für die Examensvorbereitung.

DTDennis Tefett|10 Min Lesezeit|Feb 2026Kostenlos
QualitätHygieneInfektionsschutz

Qualitätsmanagement in der Pflege

Qualitätsmanagement (QM) ist für Pflegeeinrichtungen gesetzlich vorgeschrieben und ein regelmäßiger Prüfungsgegenstand. Es umfasst alle systematischen Maßnahmen zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflege- und Versorgungsqualität. Für das Examen ist es wichtig, die Grundbegriffe zu kennen, die wichtigsten QM-Instrumente anwenden zu können und den Zusammenhang zwischen Qualitätsmanagement und Patientensicherheit zu verstehen. Das Thema Hygiene ist eng mit dem Qualitätsmanagement verknüpft, da Hygienestandards ein zentraler Qualitätsindikator in der Pflege sind.

Der PDCA-Zyklus nach Deming

Der PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) ist das Grundprinzip der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung und wird in nahezu jedem QM-System eingesetzt. Prüflinge müssen die vier Phasen kennen und anhand eines pflegerischen Beispiels anwenden können.
1

Plan (Planen)

In der Planungsphase wird das Problem identifiziert, die Ist-Situation analysiert und ein Verbesserungsziel definiert. Konkrete Maßnahmen werden geplant, Verantwortlichkeiten festgelegt und ein Zeitplan erstellt. Pflegerisches Beispiel: Die Sturzrate auf der Station ist im vergangenen Quartal um 20 Prozent gestiegen. Ziel: Reduktion der Sturzrate um 15 Prozent innerhalb von drei Monaten. Maßnahme: Einführung eines standardisierten Sturzrisikoassessments bei Aufnahme.

2

Do (Durchführen)

Die geplanten Maßnahmen werden umgesetzt. Wichtig ist, dass die Durchführung dokumentiert wird und alle Beteiligten informiert und geschult sind. Zunächst empfiehlt sich die Umsetzung in einem Pilotbereich, um Erfahrungen zu sammeln. Im Beispiel: Alle Pflegefachpersonen der Station werden im Sturzrisikoassessment geschult. Das Assessment wird bei jeder Neuaufnahme durchgeführt und dokumentiert.

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Check (Überprüfen)

Die Ergebnisse werden systematisch ausgewertet und mit den definierten Zielen verglichen. Kennzahlen und Indikatoren dienen der objektiven Bewertung. Im Beispiel: Nach drei Monaten wird die Sturzrate erhoben und mit dem Ausgangswert verglichen. Zusätzlich wird geprüft, ob das Assessment bei allen Aufnahmen durchgeführt wurde (Prozessqualität).

4

Act (Handeln/Anpassen)

Auf Basis der Ergebnisse werden Konsequenzen gezogen: Erfolgreiche Maßnahmen werden standardisiert und verstetigt, nicht wirksame Maßnahmen werden angepasst oder verworfen. Der Zyklus beginnt erneut. Im Beispiel: Wurde die Sturzrate gesenkt, wird das Assessment als Standard implementiert. Wurde das Ziel nicht erreicht, werden weitere Ursachen analysiert und zusätzliche Maßnahmen geplant.

Qualitätsdimensionen und Expertenstandards

Strukturqualität

Beschreibt die Rahmenbedingungen, unter denen Pflege erbracht wird: personelle Ausstattung (Qualifikation, Personalschlüssel), räumliche Gegebenheiten, materielle Ressourcen und organisatorische Strukturen. Beispiele: Vorhandensein von Dekubitusmatratzen, Qualifikation der Wundmanager, Hygienebeauftragte pro Station.

Prozessqualität

Beschreibt die Qualität der Durchführung pflegerischer Handlungen: Werden Standards eingehalten? Werden Assessments durchgeführt? Ist die Dokumentation vollständig? Werden Pflegeplanungen regelmäßig aktualisiert? Prozessqualität lässt sich durch Audits, Beobachtungen und Dokumentationsanalysen überprüfen.

Ergebnisqualität

Beschreibt die Ergebnisse der pflegerischen Versorgung: Gesundheitszustand, Zufriedenheit, Lebensqualität, Komplikationsraten. Beispiele: Dekubitusinzidenz, Sturzrate, Patientenzufriedenheit, Rate nosokomialer Infektionen. Die Ergebnisqualität ist der entscheidende Maßstab für die Wirksamkeit der Pflege.

DNQP-Expertenstandards10nationale Expertenstandards in der Pflege

Hygiene: Prüfungsrelevantes Wissen

Hygiene ist ein zentraler Bestandteil der Patientensicherheit und wird im Examen sowohl theoretisch als auch im Zusammenhang mit konkreten Pflegesituationen geprüft. Die Kenntnis der Basishygiene, der korrekten Händedesinfektion und der verschiedenen Isolierungsarten ist unerlässlich.

Händedesinfektion (5 Momente der WHO)

Die fünf Momente der Händedesinfektion: (1) Vor Patientenkontakt, (2) Vor aseptischen Tätigkeiten, (3) Nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material, (4) Nach Patientenkontakt, (5) Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung. Durchführung: 3 bis 5 ml alkoholisches Händedesinfektionsmittel, 30 Sekunden Einwirkzeit, alle Handpartien benetzen. Die Händedesinfektion ist die wichtigste Einzelmaßnahme zur Prävention nosokomialer Infektionen.

Basishygiene (Standardhygiene)

Basishygiene gilt für alle Patientenkontakte unabhängig von bekannten Infektionen: Händedesinfektion, Schutzkleidung bei Kontaminationsgefahr, sichere Entsorgung von Abfällen und scharfen Gegenständen, Aufbereitung von Medizinprodukten, Reinigung und Desinfektion von Oberflächen, Hustenetikette und Atemhygiene. Die Einhaltung der Basishygiene reduziert das Übertragungsrisiko erheblich.

Kontaktisolierung

Indikation: Erreger, die durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen werden (z. B. MRSA, VRE, Clostridioides difficile, Norovirus). Maßnahmen: Einzelzimmer oder Kohortierung, Schutzkittel und Handschuhe bei Patientenkontakt, patientenbezogene Pflegeutensilien, erweiterte Flächendesinfektion, Händedesinfektion beim Verlassen des Zimmers.

Tröpfchen- und aerogene Isolierung

Tröpfchenisolierung: Erreger, die über Tröpfchen (> 5 Mikrometer) übertragen werden (z. B. Influenza, Pertussis). Maßnahmen: Einzelzimmer, Mund-Nasen-Schutz. Aerogene Isolierung: Erreger, die über Aerosole (< 5 Mikrometer) übertragen werden (z. B. Tuberkulose, Masern, Varizellen). Maßnahmen: Einzelzimmer mit Unterdruckbelüftung, FFP2-Maske.

RKI-Empfehlungen und Infektionsschutzgesetz:
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt Empfehlungen zur Prävention nosokomialer Infektionen heraus, die als Maßstab für die Hygienepraxis gelten.
  • Die KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention) am RKI erstellt evidenzbasierte Empfehlungen, die als Stand der medizinischen Wissenschaft gelten.
  • Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) regelt die Meldepflicht für bestimmte Infektionskrankheiten (namentlich und nicht-namentlich). Pflegefachpersonen müssen wissen, welche Erreger meldepflichtig sind und an wen die Meldung erfolgt (Gesundheitsamt).
  • Wichtige meldepflichtige Erreger: MRSA (aus Blutkultur oder Liquor), Norovirus, Clostridioides difficile, Tuberkulose, Influenza, COVID-19.

Kann ich die vier Phasen des PDCA-Zyklus benennen und anhand eines Pflegebeispiels erläutern?

Kenne ich den Unterschied zwischen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität?

Kann ich mindestens fünf DNQP-Expertenstandards benennen?

Beherrsche ich die fünf Momente der Händedesinfektion nach WHO?

Kenne ich die Maßnahmen der Basishygiene und kann sie vollständig aufzählen?

Kann ich die verschiedenen Isolierungsarten unterscheiden und den jeweiligen Erregergruppen zuordnen?

Weiß ich, welche Infektionskrankheiten nach dem IfSG meldepflichtig sind?

Kann ich den Zusammenhang zwischen Qualitätsmanagement und Patientensicherheit erklären?

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Frage 1 von 5Qualitätsmanagement

Was ist eine nosokomiale Infektion?

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