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Medikamentenlehre: Prüfungswissen auf einen Blick

Die wichtigsten Wirkstoffgruppen, Verabreichungsformen und Pflegehinweise, kompakt für die Prüfungsvorbereitung.

DTDennis Tefett|11 Min Lesezeit|Feb 2026Kostenlos
PharmakologieMedikamenteExamen

Grundlagen der Arzneimittellehre für das Examen

Die Medikamentenlehre (Pharmakologie) gehört zu den Kernthemen der Pflegeausbildung und wird sowohl im schriftlichen als auch im mündlichen Examen regelmäßig geprüft. Pflegefachpersonen verabreichen Medikamente im Auftrag des Arztes und tragen dabei eine erhebliche Mitverantwortung. Das Wissen um Wirkungen, Nebenwirkungen, Kontraindikationen und pflegerische Besonderheiten der wichtigsten Wirkstoffgruppen ist deshalb unerlässlich. Im Examen geht es weniger um das Auswendiglernen einzelner Medikamentennamen als um das Verständnis der Wirkprinzipien und die Fähigkeit, pflegerische Konsequenzen abzuleiten. Die 5R-Regel ist das zentrale Sicherheitsprinzip der Medikamentengabe und ein absoluter Examensklassiker.

Die 5R-Regel der Medikamentengabe

1

Richtiger Patient

Vor jeder Medikamentengabe muss die Identität des Patienten eindeutig überprüft werden. Dies geschieht durch Nachfragen des Namens und Geburtsdatums, durch Abgleich mit dem Patientenarmband oder der Dokumentation. Verwechslungen sind eine der häufigsten Ursachen für Medikationsfehler, insbesondere bei gleichklingenden Namen oder in Mehrbettzimmern.

2

Richtiges Medikament

Das Medikament muss mit der ärztlichen Anordnung abgeglichen werden. Dabei ist auf den Wirkstoffnamen (nicht nur den Handelsnamen) zu achten, da dasselbe Medikament von verschiedenen Herstellern unter unterschiedlichen Namen vertrieben werden kann. Allergien und Unverträglichkeiten sind vor der Gabe zu überprüfen. Bei Unklarheiten ist ärztliche Rücksprache obligatorisch.

3

Richtige Dosis

Die angeordnete Dosis muss exakt eingehalten werden. Besondere Aufmerksamkeit erfordern Dosierungen bei Kindern (gewichtsadaptiert), bei älteren Menschen (häufig reduzierte Dosis durch veränderte Pharmakokinetik) und bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion. Bei Insulinen und Antikoagulanzien sind Dosierungsfehler potenziell lebensbedrohlich.

4

Richtige Zeit

Viele Medikamente müssen zu bestimmten Zeiten eingenommen werden, um ihre optimale Wirkung zu entfalten. L-Dopa bei Parkinson muss zeitgenau und unabhängig von eiweißreichen Mahlzeiten gegeben werden. Antibiotika erfordern gleichmäßige Zeitabstände zur Aufrechterhaltung des Wirkspiegels. Nüchterneinnahme bedeutet mindestens 30 Minuten vor dem Essen.

5

Richtige Applikationsart

Die Applikationsart (oral, sublingual, rektal, subkutan, intramuskulär, intravenös, transdermal, inhalativ) muss der ärztlichen Anordnung entsprechen. Retardtabletten dürfen nicht geteilt oder zerkleinert werden, da sonst die verzögerte Wirkstofffreisetzung aufgehoben wird. Augentropfen, Ohrentropfen und Nasentropfen erfordern jeweils spezifische Anwendungstechniken.

Erweiterte Sicherheitsregeln:

Neben den klassischen 5R werden zunehmend weitere Sicherheitsaspekte ergänzt: Richtige Dokumentation (jede Gabe muss zeitnah dokumentiert werden), Richtiges Verfallsdatum(abgelaufene Medikamente dürfen nicht verabreicht werden) und Richtige Aufklärung (der Patient hat das Recht, über das Medikament und dessen Wirkung informiert zu werden). In der Praxis spricht man daher häufig von den 8R oder 10R der Medikamentengabe.

Die wichtigsten Wirkstoffgruppen

Analgetika (Schmerzmittel)

Nicht-Opioide: Paracetamol (antipyretisch, nicht antiphlogistisch), Ibuprofen (antiphlogistisch, cave: Magenschutz), Metamizol (stark analgetisch, Agranulozytose-Risiko). Opioide: Tramadol, Morphin, Fentanyl (Stufe II/III WHO-Stufenschema). Pflege: Schmerzeinschätzung (NRS), Nebenwirkungsüberwachung (Obstipation, Atemdepression bei Opioiden), Dokumentation der Schmerzentwicklung.

Antihypertensiva (Blutdrucksenker)

ACE-Hemmer (-pril): Reizhusten als typische Nebenwirkung. Betablocker (-olol): Bradykardie, nicht abrupt absetzen. Calciumantagonisten (-dipin): Knöchelödeme. Diuretika: Elektrolytverschiebungen (Kalium). AT1-Antagonisten (-sartan): Alternative bei ACE-Hemmer-Unverträglichkeit. Pflege: Blutdruckkontrolle vor Gabe, orthostatische Dysregulation beobachten, Elektrolyte kontrollieren.

Antibiotika

Penicilline, Cephalosporine, Makrolide, Fluorchinolone, Aminoglykoside. Wirkprinzip: bakteriostatisch oder bakterizid. Wichtig: Einnahmedauer vollständig einhalten, gleichmäßige Zeitabstände, keine eigenmächtige Dosisänderung. Nebenwirkungen: gastrointestinale Beschwerden, Allergien (Penicillin-Allergie erfragen), Pilzinfektionen. Pflege: Allergien prüfen, Einnahmehinweise geben, auf Zeichen von Resistenzentwicklung achten.

Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer)

Heparin (unfraktioniert/niedermolekular): Wirküberwachung über aPTT/Anti-Xa. Vitamin-K-Antagonisten (Marcumar): INR-Kontrolle, Ziel-INR 2,0 bis 3,0. DOAKs (Rivaroxaban, Apixaban): weniger Monitoring, aber Niereninsuffizienz beachten. Pflege: Blutungszeichen erkennen (Hämatome, Teerstuhl, Zahnfleischbluten), Injektionstechnik beherrschen (s.c.), Interaktionen kennen.

Diuretika (Entwässerungsmittel)

Schleifendiuretika (Furosemid): stark und schnell wirksam, Kaliumverlust. Thiazide (HCT): mittelstark, Kaliumverlust. Kaliumsparende Diuretika (Spironolacton): Hyperkaliämie-Risiko. Pflege: Flüssigkeitsbilanzierung, tägliche Gewichtskontrolle, Elektrolytkontrolle, Gabe am Morgen (Nykturie vermeiden), Schwindel und Sturzrisiko beachten.

Antidiabetika

Orale Antidiabetika: Metformin (Mittel der Wahl bei Typ 2, cave: Laktatazidose bei Niereninsuffizienz), Sulfonylharnstoffe (Hypoglykämierisiko). Insuline: Normalinsulin (kurz wirksam), Analoginsuline (schnell oder lang wirksam), NPH-Insulin (mittellang). Pflege: Blutzuckerkontrolle, Hypoglykämie erkennen und behandeln (Traubenzucker, Glucagon), Injektionstechnik, Spritz-Ess-Abstand.

Psychopharmaka

Antidepressiva: SSRI (Fluoxetin, Citalopram) Wirklatenz 2 bis 3 Wochen, Suizidrisiko initial erhöht. Neuroleptika: typische (Haloperidol) extrapyramidale Störungen; atypische (Risperidon, Quetiapin) metabolische Nebenwirkungen. Benzodiazepine: anxiolytisch und sedierend, hohes Abhängigkeitspotenzial, Sturzrisiko. Pflege: Verhaltensbeobachtung, Compliance sichern, Nebenwirkungen dokumentieren, Absetzphänomene kennen.

Die Verabreichung von Medikamenten ist kein mechanischer Vorgang, sondern ein pflegerischer Akt, der Wissen, Aufmerksamkeit und Verantwortungsbewusstsein erfordert.

ℹ️

Häufige Prüfungsfrage: Interaktionen

Grapefruitsaft hemmt CYP3A4-Enzyme in der Leber und kann die Wirkung zahlreicher Medikamente verstärken, darunter Calciumantagonisten, Statine und Ciclosporin. Johanniskraut induziert CYP-Enzyme und kann die Wirkung von Antikoagulanzien, oralen Kontrazeptiva und Immunsuppressiva abschwächen. Milch und Milchprodukte verringern die Resorption bestimmter Antibiotika (Tetracycline, Fluorchinolone).

Kann ich die 5R-Regel der Medikamentengabe vollständig benennen und erklären?

Kenne ich die wichtigsten Wirkstoffgruppen und deren typische Vertreter?

Kann ich für jede Wirkstoffgruppe die häufigsten Nebenwirkungen benennen?

Weiß ich, bei welchen Medikamenten besondere Überwachungsparameter gelten (INR, Blutzucker, Elektrolyte)?

Kenne ich die wichtigsten Arzneimittelinteraktionen und Nahrungsmittel-Wechselwirkungen?

Kann ich die verschiedenen Applikationsarten unterscheiden und deren Besonderheiten erklären?

Verstehe ich das WHO-Stufenschema der Schmerztherapie und kann es anwenden?

Bin ich in der Lage, Anzeichen von Medikamentennebenwirkungen zu erkennen und pflegerisch darauf zu reagieren?

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Die Fragen werden bei jedem Durchgang neu zusammengestellt.

Frage 1 von 5Medikamentenlehre

Welche Wirkstoffgruppe wird zur Blutdrucksenkung eingesetzt?

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