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Kommunikation & Beratung: So bestehen Sie die mündliche Prüfung

Kommunikationsmodelle, Beratungskompetenz und Gesprächsführung, prüfungsrelevant aufbereitet für die mündliche Prüfung.

DTDennis Tefett|9 Min Lesezeit|Feb 2026Kostenlos
KommunikationBeratungMündliche Prüfung

Kommunikation als Schlüsselkompetenz in der Pflege

Kommunikation ist das Handwerkszeug jeder Pflegefachperson und ein zentrales Prüfungsthema insbesondere in der mündlichen Prüfung. Die Fähigkeit, professionell mit Patientinnen und Patienten, Angehörigen und dem interdisziplinären Team zu kommunizieren, unterscheidet professionelle Pflege von bloßer Versorgung. Für das Examen ist es wichtig, die wichtigsten Kommunikationsmodelle zu kennen, deren Kernaussagen verstanden zu haben und sie auf pflegerische Situationen übertragen zu können. Darüber hinaus werden Beratungskonzepte und Gesprächsführungstechniken abgefragt, die zur Gesundheitsförderung und Patientenedukation eingesetzt werden.

Die drei wichtigsten Kommunikationsmodelle

Schulz von Thun: 4 Seiten einer Nachricht

Jede Nachricht enthält vier Botschaften: Sachinhalt (worüber wird informiert), Selbstoffenbarung (was der Sender über sich verrät), Beziehungshinweis (wie der Sender zum Empfänger steht) und Appell (wozu der Empfänger veranlasst werden soll). Missverständnisse entstehen, wenn Sender und Empfänger unterschiedliche Seiten betonen. Pflegerisches Beispiel: 'Meine Tabletten liegen noch hier' Sachinhalt, Hilflosigkeit, Vorwurf oder Bitte?

Carl Rogers: Personzentrierte Grundhaltungen

Drei Grundhaltungen für gelingende Kommunikation: (1) Empathie einfühlendes Verstehen der Erlebniswelt des Gegenübers. (2) Kongruenz Echtheit und Übereinstimmung von innerem Erleben und äußerem Verhalten. (3) Bedingungslose Wertschätzung Akzeptanz der Person unabhängig von ihrem Verhalten. Diese Haltungen bilden die Basis für Vertrauensaufbau und sind Grundlage der patientenzentrierten Gesprächsführung.

Watzlawick: 5 Axiome der Kommunikation

Die fünf Axiome: (1) Man kann nicht nicht kommunizieren. (2) Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. (3) Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung zugleich (Interpunktion). (4) Menschliche Kommunikation nutzt digitale und analoge Modalitäten. (5) Kommunikation verläuft symmetrisch oder komplementär. Besonders Axiom 1 und 2 sind examensrelevant und auf Pflegesituationen übertragbar.

Beratungskonzepte in der Pflege

Pflegefachpersonen beraten Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige zu Gesundheitsförderung, Krankheitsbewältigung und Selbstmanagement. Im Examen wird häufig geprüft, ob Prüflinge Beratungsgespräche strukturieren und theoretisch begründen können. Besonders relevant ist die Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing), die bei Verhaltensänderungen eingesetzt wird.
1

Motivierende Gesprächsführung (MI)

Die Motivierende Gesprächsführung nach Miller und Rollnick zielt darauf ab, die intrinsische Motivation für Verhaltensänderungen zu stärken. Sie basiert auf vier Grundprinzipien: Empathie ausdrücken, Diskrepanz entwickeln (Unterschied zwischen aktuellem Verhalten und persönlichen Zielen aufzeigen), Widerstand umlenken (nicht konfrontieren, sondern mitgehen) und Selbstwirksamkeit fördern. Im Pflegealltag wird MI eingesetzt, um Patienten bei der Lebensstilmodifikation zu unterstützen beispielsweise bei Raucherentwöhnung, Ernährungsumstellung oder der Einhaltung von Therapieplänen.

2

Beratungsprozess nach GROW-Modell

Das GROW-Modell strukturiert ein Beratungsgespräch in vier Phasen: Goal (Ziel definieren: Was möchte der Patient erreichen?), Reality (Realität erfassen: Wie ist die aktuelle Situation?), Options (Optionen erarbeiten: Welche Möglichkeiten gibt es?) und Will (Wille festigen: Was wird der nächste konkrete Schritt sein?). Dieses Modell eignet sich für die mündliche Prüfung, um ein Beratungsgespräch strukturiert darzustellen.

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Mikroschulung in der Pflege

Mikroschulungen sind kurze, situationsbezogene Anleitungen, die direkt in die Pflegesituation integriert werden. Sie dauern wenige Minuten und vermitteln gezielt eine praktische Fähigkeit zum Beispiel die korrekte Insulininjektion, den Umgang mit einem Rollator oder die Mundpflege bei Dysphagie. Im Examen kann die Planung und Durchführung einer Mikroschulung abgefragt werden. Wichtig: Lernziel definieren, Demonstration und Übung einplanen, Verständnis überprüfen.

Kommunikation in der Pflege ist mehr als Reden sie ist Beziehungsgestaltung, Informationsvermittlung und therapeutische Intervention in einem.

Praxistipp für die mündliche Prüfung:

In der mündlichen Prüfung wird nicht nur Fachwissen abgefragt, sondern auch die Kommunikationskompetenz selbst bewertet. Strukturieren Sie Ihre Antworten: Benennen Sie zuerst das theoretische Modell, erklären Sie die Kernaussage und übertragen Sie sie dann auf ein konkretes pflegerisches Beispiel. Sprechen Sie ruhig und deutlich, verwenden Sie Fachbegriffe korrekt und scheuen Sie sich nicht, nachzufragen, wenn Sie eine Frage nicht verstanden haben. Das Nachfragen zeigt Reflexionsfähigkeit, nicht Unwissen.

Checkliste für den Prüfungstag

Kann ich die vier Seiten einer Nachricht nach Schulz von Thun benennen und an einem Pflegebeispiel erklären?

Kenne ich die drei Grundhaltungen nach Rogers und kann deren Bedeutung für die Pflege beschreiben?

Kann ich mindestens drei der fünf Axiome nach Watzlawick wiedergeben und anwenden?

Verstehe ich die Grundprinzipien der Motivierenden Gesprächsführung?

Bin ich in der Lage, ein Beratungsgespräch strukturiert aufzubauen (z. B. nach dem GROW-Modell)?

Kann ich eine Mikroschulung planen und deren Ablauf beschreiben?

Habe ich meine Antwortstruktur geübt: Theorie benennen, erklären, Pflegebeispiel geben?

Spreche ich in der Prüfung ruhig, strukturiert und verwende Fachsprache korrekt?

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Frage 1 von 5Kommunikation

Welche Ebenen unterscheidet das Vier-Seiten-Modell nach Schulz von Thun?

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