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📝ExamensvorbereitungArtikel 8 von 8

10 Fallbeispiele für die schriftliche Prüfung

Zehn realistische Fallbeispiele mit Musterlösungen, ideal zum Üben der schriftlichen Prüfungsaufgaben.

DTDennis Tefett|15 Min Lesezeit|Feb 2026Kostenlos
FallbeispieleSchriftliche PrüfungMusterlösungen

Fallbeispiele als Prüfungsformat verstehen

Die schriftliche Prüfung nach PflAPrV basiert auf Fallsituationen, die von den Prüflingen bearbeitet werden müssen. Dabei geht es nicht um das Abfragen isolierten Wissens, sondern um die Fähigkeit, pflegerisches Fachwissen auf konkrete Situationen anzuwenden. Jedes Fallbeispiel erfordert die systematische Anwendung des Pflegeprozesses: Von der Informationssammlung über die Problemerkennung und Zielformulierung bis hin zur Maßnahmenplanung und Begründung. Die folgenden zehn Fallbeispiele decken die häufigsten Prüfungsthemen ab und sind nach dem Muster aufgebaut, das in der realen Prüfung erwartet wird. Nutzen Sie diese Beispiele zum Üben und entwickeln Sie eigene Lösungsansätze, bevor Sie die Lösungshinweise lesen.
So bearbeiten Sie Fallbeispiele in der Prüfung:
  • Situation vollständig lesen: Markieren Sie alle relevanten Informationen (Diagnose, Alter, Symptome, soziale Situation, Ressourcen).
  • Aufgabenstellung genau analysieren: Was wird konkret gefragt? Pflegediagnose, Ziele, Maßnahmen, Begründung?
  • Strukturiert antworten: Nutzen Sie den Pflegeprozess als Gliederung. Formulieren Sie Pflegediagnosen im PES-Format, Ziele als SMART-Ziele.
  • Fachlich begründen: Jede Maßnahme muss begründet werden. Verweisen Sie auf Standards, Leitlinien oder pathophysiologische Zusammenhänge.
  • Ressourcen einbeziehen: Benennen Sie neben Problemen auch Ressourcen und beziehen Sie diese in die Planung ein.

Fall 1: Postoperative Versorgung nach Hüft-TEP

Situation: Frau Schulz, 72 Jahre, wurde gestern eine zementierte Hüfttotalendoprothese rechts implantiert (Coxarthrose Grad IV). Sie liegt auf der orthopädischen Station, hat einen peripheren Venenkatheter, eine Redon-Drainage und erhält eine Thromboseprophylaxe mit niedermolekuarem Heparin s.c. Sie gibt Schmerzen von 6/10 auf der NRS an und traut sich nicht, das operierte Bein zu bewegen. Vor der Operation war sie selbstständig mit Rollator mobil. Sie lebt allein.
Aufgabenstellung: (1) Formulieren Sie zwei Pflegediagnosen im PES-Format. (2) Definieren Sie jeweils ein SMART-Ziel. (3) Planen Sie je drei pflegerische Maßnahmen und begründen Sie diese fachlich. (4) Benennen Sie Ressourcen der Patientin.
Lösungshinweise Fall 1:

PD 1: Beeinträchtigte körperliche Mobilität b/d postoperative Schmerzen und Angst vor Belastung des operierten Beins a/d Aussage "Ich traue mich nicht, das Bein zu bewegen" und NRS 6/10. Ziel: Frau Schulz mobilisiert sich bis Tag 3 postoperativ mit Unterarmgehstützen und Unterstützung einer Pflegeperson über eine Strecke von 10 Metern. Maßnahmen: (1) Schmerzmedikation 30 Minuten vor Mobilisation verabreichen (Begründung: Schmerzfreiheit ist Voraussetzung für Mobilisation); (2) Mobilisation nach Stufenschema: Bettkante Stehen Gehen mit Begleitung (Begründung: schrittweiser Belastungsaufbau fördert Sicherheit und Vertrauen); (3) Patientin über erlaubte Bewegungsausmaße und Luxationsprophylaxe aufklären (Begründung: Wissen reduziert Angst und fördert Kooperation).

PD 2: Thromboserisiko b/d postoperative Immobilisation und operativem Eingriff a/d Risikofaktoren (Alter, OP, Immobilität). Ziel: Frau Schulz zeigt während des stationären Aufenthalts keine Thrombosezeichen. Maßnahmen: (1) Thromboseprophylaxestrümpfe korrekt anlegen und tragen lassen; (2) Heparin s.c. nach Anordnung verabreichen; (3) Beinübungen im Bett anleiten (Fußkreisen, Muskelanspannung).

Ressourcen: Prä-operative Selbstständigkeit mit Rollator, hohe Motivation zur Genesung, stabile soziale Kontakte (Tochter besucht regelmäßig).

Fall 2: Pflege bei fortgeschrittener Demenz

Situation: Herr Weber, 81 Jahre, lebt im Pflegeheim mit einer diagnostizierten Alzheimer-Demenz (MMST 12 Punkte). Er zeigt zunehmende Orientierungsstörungen (zeitlich, örtlich), wandert besonders abends unruhig durch die Flure und findet sein Zimmer nicht mehr. Beim Essen benötigt er zunehmend Unterstützung, da er die Handhabung des Bestecks vergisst. Er war früher Schreiner und spricht gerne über seine Werkstatt.
Aufgabenstellung: Formulieren Sie eine Pflegediagnose, ein Pflegeziel und drei Maßnahmen. Beziehen Sie die Biographie als Ressource ein.
Lösungshinweise Fall 2:

PD: Chronische Verwirrtheit b/d neurodegenerativen Prozess (Alzheimer-Demenz) a/d zeitlicher und örtlicher Desorientierung, abendlicher Unruhe, Verlust alltagspraktischer Fähigkeiten. Ziel: Herr Weber zeigt innerhalb der nächsten zwei Wochen eine Reduktion der abendlichen Unruhephasen und findet sein Zimmer mithilfe der Orientierungshilfen. Maßnahmen: (1) Biographieorientierte Tagesgestaltung: Werkangebote mit Holz einbinden, um an vertraute Aktivitäten anzuknüpfen (Begründung: Biographiearbeit aktiviert Langzeitgedächtnis und gibt Sicherheit); (2) Orientierungshilfen anbringen: Foto an der Zimmertür, farbliche Markierungen im Flur, strukturierter Tagesablauf mit festen Ritualen (Begründung: externe Orientierungshilfen kompensieren kognitive Defizite); (3) Abendritual einführen: ruhige Atmosphäre, vertraute Musik, warmes Getränk (Begründung: Sundowning-Symptomatik wird durch Reizreduktion und Ritualisierung gemildert).

Fall 3: Diabetes-Management im ambulanten Setting

Situation: Frau Yilmaz, 58 Jahre, Typ-2-Diabetes seit 8 Jahren, BMI 34. Sie wird vom ambulanten Pflegedienst betreut, weil sie nach einem Fußulkus rechts (Wagner Grad 2) engmaschige Wundversorgung benötigt. Ihr HbA1c liegt bei 9,2 %. Sie injiziert sich Insulin, vergisst aber häufig die abendliche Dosis. Sie lebt mit ihrem Ehemann, der kochen kann, aber wenig über Diabetes-Ernährung weiß.
Aufgabenstellung: Identifizieren Sie zwei Pflegeprobleme, planen Sie Maßnahmen und skizzieren Sie ein Beratungsangebot für das Ehepaar.
Lösungshinweise Fall 3:

Problem 1: Wundheilungsstörung (Fußulkus Wagner 2) bei unzureichender Blutzuckereinstellung. Maßnahmen: (1) Phasengerechte Wundversorgung nach ärztlicher Anordnung; (2) tägliche Wundinspektion und Dokumentation (Größe, Tiefe, Belag, Exsudat); (3) Druckentlastung des betroffenen Fußes.

Problem 2: Non-Adhärenz bei der Insulintherapie (abendliche Dosis wird häufig vergessen). Maßnahmen: (1) Gemeinsam Erinnerungshilfen entwickeln (Handyalarm, feste Koppelung an Abendroutine); (2) Insulinpen-Technik überprüfen und bei Bedarf nachschulen; (3) Mikroschulung für das Ehepaar: Zusammenhang zwischen Blutzucker, Ernährung und Wundheilung erklären, gemeinsam alltagstaugliche Ernährungsanpassungen planen.

Fall 4: Sturzprävention bei geriatrischem Patienten

Situation: Herr Nowak, 85 Jahre, wird nach einem Sturz in der häuslichen Umgebung (Oberschenkelhalsfraktur) operiert und auf die geriatrische Station verlegt. Er nimmt 8 Medikamente ein, darunter ein Schlafmittel (Zopiclon), ein Antihypertensivum und ein Diuretikum. Sein Visus ist eingeschränkt (Katarakt beidseits). Er lebt allein in einer Wohnung mit Teppichen und schlechter Beleuchtung.
Aufgabenstellung: Erstellen Sie ein Sturzrisikoprofil, formulieren Sie Pflegeziele und planen Sie Maßnahmen für den stationären Aufenthalt und die Entlassungsplanung.
Lösungshinweise Fall 4:

Risikofaktoren: Alter, Sturzereignis in der Anamnese, Polypharmazie (insbes. Sedativum und Diuretikum), eingeschränkter Visus, postoperative Mobilisationseinschränkung, häusliche Sturzfallen. Ziel stationär: Herr Nowak erleidet während des Aufenthalts keinen weiteren Sturz. Maßnahmen stationär: (1) Sturzrisikoassessment bei Aufnahme (Morse Fall Scale); (2) Medikamentenreview anregen (Sedativum hinterfragen); (3) Nachtlicht im Zimmer, Klingel in Reichweite, rutschfeste Schuhe.

Ziel Entlassung: Herr Nowak verfügt bei Entlassung über Hilfsmittel und ein angepasstes häusliches Umfeld. Maßnahmen Entlassung: (1) Wohnraumanpassung empfehlen (Teppiche entfernen, Beleuchtung verbessern, Haltegriffe); (2) Augenarzttermin veranlassen; (3) ambulante Physiotherapie organisieren, Rollator-Training.

Fall 5: Dekubitusmanagement auf der Intensivstation

Situation: Frau Lehmann, 67 Jahre, liegt seit fünf Tagen beatmet auf der Intensivstation (septischer Schock bei Pneumonie). Sie ist sediert, katecholaminpflichtig und hat einen BMI von 18,2. Am Sakrum zeigt sich eine nicht wegdrückbare Rötung (Grad I nach EPUAP). Braden-Score: 10 Punkte (sehr hohes Risiko).
Aufgabenstellung: Planen Sie die Dekubitusversorgung und prophylaktische Maßnahmen. Begründen Sie pathophysiologisch, warum diese Patientin ein besonders hohes Risiko trägt.
Lösungshinweise Fall 5:

Pathophysiologische Begründung: Septischer Schock führt zu Mikrozirkulationsstörungen und Gewebshypoxie. Katecholamine verschlechtern die periphere Durchblutung. Unterernährung (BMI 18,2) beeinträchtigt die Gewebeintegrität. Sedierung verhindert Eigenbewegung. Beatmung reduziert die Mobilisationsmöglichkeit.

Maßnahmen: (1) Wechseldruckmatratze oder Mikrostimulationssystem einsetzen; (2) 2-stündliche Lagerung nach Zeitplan (30-Grad-Schräglagerung, Mikrolagerung mit Kissen); (3) Hautzustand mindestens einmal pro Schicht inspizieren und dokumentieren (Fingertest); (4) Druckentlastung am Sakrum durch Freilagern der Fersen; (5) Ernährungsstatus optimieren (hochkalorische Sondennahrung, eiweißreich, ggf. Ernährungsberatung); (6) Hautreinigung mit pH-neutralen Produkten, keine Massage über Rötung.

Fall 6: Pneumonieprophylaxe und -pflege

Situation: Herr Klein, 74 Jahre, nach Apoplex mit rechtsseitiger Hemiparese und Dysphagie. Er liegt vorwiegend im Bett, hustet schwach und hat Schwierigkeiten beim Abhusten von Sekret. Die Sauerstoffsättigung liegt bei 92 %, die Atemfrequenz bei 22/min. Ein Logopäde hat eine Schluckstörung Grad 2 diagnostiziert.
Lösungshinweise Fall 6:

PD: Ineffektive Atemwegsclearance b/d Hemiparese-bedingte Husteninsuffizienz und Dysphagie a/d schwachem Hustenstoß, SpO2 92 %, AF 22/min. Maßnahmen: (1) V.A.T.I.-Lagerung zur Belüftungsförderung aller Lungenabschnitte; (2) Atemstimulierende Einreibung und Kontaktatmung durchführen; (3) Absaugbereitschaft sicherstellen; (4) Aspirationsprophylaxe: Nahrung und Flüssigkeiten nur nach logopädischer Freigabe und in angepasster Konsistenz verabreichen; (5) Oberkörperhochlagerung (mind. 30 Grad) auch nach dem Essen mindestens 30 Minuten beibehalten; (6) Mundpflege intensivieren, da mangelnde Mundhygiene ein Pneumonierisiko darstellt.

Fall 7: Chronischer Schmerz bei Tumorerkrankung

Situation: Herr Fischer, 68 Jahre, metastasiertes Prostatakarzinom mit Knochenmetastasen in BWK 8 und LWK 3. Er gibt dauerhafte Rückenschmerzen an (NRS 7/10 in Ruhe, 9/10 bei Bewegung). Aktuelle Medikation: Metamizol 4 x 500 mg/Tag. Er ist zunehmend immobil, sozial zurückgezogen und schläft schlecht.
Lösungshinweise Fall 7:

PD: Chronischer Schmerz b/d ossäre Metastasen a/d NRS 7 bis 9/10, Immobilität, Schlafstörungen, sozialem Rückzug. Priorität: Schmerztherapie ist unzureichend (WHO-Stufe I reicht bei Tumorschmerz mit NRS 7+ nicht aus). Maßnahmen: (1) Schmerzassessment systematisch durchführen (NRS, Schmerztagebuch, Schmerzlokalisation, Schmerzqualität); (2) Ärztliche Rücksprache zur Eskalation der Schmerztherapie nach WHO-Stufenschema (Stufe III: starke Opioide indiziert); (3) Nicht-medikamentöse Schmerztherapie ergänzen: Lagerung, Wärmeapplikation, Ablenkung, Entspannungsverfahren; (4) Psychosoziale Betreuung: Gespräche über Ängste und Zukunftssorgen, Sozialdienst einschalten; (5) Schlafhygiene fördern: schmerzadaptierte Nachtmedikation, ruhige Umgebung.

Fall 8: Palliative Versorgung am Lebensende

Situation: Frau Hartmann, 89 Jahre, terminale Herzinsuffizienz (NYHA IV), multimorbid. Sie hat in ihrer Patientenverfügung festgelegt, dass sie keine intensivmedizinischen Maßnahmen und keine Krankenhauseinweisung mehr wünscht. Sie lebt im Pflegeheim. Seit zwei Tagen nimmt sie kaum noch Nahrung und Flüssigkeit auf, ist zunehmend somnolent, die Atmung wird unregelmäßig.
Lösungshinweise Fall 8:

Pflegerische Prioritäten in der Sterbephase:(1) Patientenverfügung respektieren: keine invasiven Maßnahmen, kein Krankenhaustransport. (2) Symptomkontrolle: Mundpflege statt Infusion (Flüssigkeitsgabe kann in der Sterbephase das Leiden verstärken durch Lungenödem), Lagerung zur Atemerleichterung, Schmerzmedikation nach Bedarf (s.c. oder transdermal bei Schluckunfähigkeit). (3) Angehörigenbegleitung: Raum und Zeit für Abschiednahme, über Sterbeprozess informieren, emotionale Unterstützung. (4) Symptome der Sterbephase erkennen und lindern: Rasselatmung (Lagerung, ggf. Scopolamin), Unruhe (Midazolam s.c. nach ärztlicher Anordnung), Schmerzen. (5) Würdevolle Umgebung schaffen: ruhiges Zimmer, Lieblingsmusik, vertraute Gegenstände.

Fall 9: Pflege eines Kindes mit Asthma bronchiale

Situation: Leon, 8 Jahre, wird mit einem akuten Asthmaanfall auf die pädiatrische Station aufgenommen. Er zeigt exspiratorisches Giemen, Tachypnoe (AF 32/min), Einziehungen interkostal und nutzt die Atemhilfsmuskulatur. SpO2 91 %. Die Mutter ist sehr besorgt und berichtet, dass Leon den Inhalator oft nicht korrekt anwendet.
Lösungshinweise Fall 9:

Akutversorgung: (1) Oberkörperhochlagerung, atemerleichternde Position (Kutschersitz kindgerecht); (2) Sauerstoffgabe nach Anordnung; (3) Inhalationstherapie mit Bronchodilatator nach Anordnung; (4) Vitalzeichen-Monitoring (SpO2, AF, Puls); (5) Beruhigung des Kindes und der Mutter (Angst verstärkt die Dyspnoe).

Edukation: (1) Inhalationstechnik mit Leon und der Mutter üben (Spacer verwenden, Atemmanöver demonstrieren); (2) Ampelschema erklären (grün gelb rot: Wann welches Medikament anwenden); (3) Triggervermeidung besprechen (Allergene, Kälte, Anstrengung); (4) Asthma-Tagebuch einführen; (5) Angst vor Anfällen thematisieren: Sicherheit durch Wissen und Handlungsplan vermitteln.

Fall 10: Psychiatrische Pflege bei akuter Psychose

Situation: Herr Berger, 32 Jahre, wird mit einer akuten schizophrenen Psychose stationär aufgenommen. Er zeigt Verfolgungswahn (glaubt, beobachtet und abgehört zu werden), akustische Halluzinationen (hört Stimmen, die ihm Befehle geben) und ist stark angespannt und misstrauisch. Er hat die antipsychotische Medikation zu Hause eigenständig abgesetzt. Er ist formal freiwillig aufgenommen, zeigt aber Hinweise auf Fremdgefährdung (verbale Drohungen gegenüber dem Rettungsdienst).
Lösungshinweise Fall 10:

Pflegerische Prioritäten: (1) Sicherheit gewährleisten: für Patienten, Mitpatienten und Personal. Reizarme Umgebung schaffen, keine konfrontative Gesprächsführung, Rückzugsmöglichkeiten bieten. (2) Beziehungsaufbau: klare, kurze Sätze, vorhersehbar handeln, Wahnerleben nicht bestätigen, aber auch nicht dagegen argumentieren. Stattdessen: "Ich kann verstehen, dass Sie sich bedroht fühlen. Ich bin hier, um Ihnen zu helfen." (3) Medikamenten-Compliance: Verordnete Antipsychotika (z. B. Risperidon) verabreichen, Einnahme sicherstellen, auf Nebenwirkungen achten (extrapyramidale Symptome, metabolische Effekte). (4) Verhaltensbeobachtung dokumentieren: Stimmung, Wahnintensität, Halluzinationen, Schlaf, Nahrungsaufnahme, Suizidalität und Fremdgefährdung. (5) Bei Eskalation: Deeskalationstechniken anwenden, bei akuter Gefahr: Notfallteam rufen, ggf. richterlich genehmigte Fixierung als Ultima Ratio.

Rechtliche Aspekte: Freiwilligkeit prüfen, Unterbringung nach PsychKG nur bei Selbst- oder Fremdgefährdung, Fixierung erfordert richterliche Genehmigung nach § 1831 BGB.

Allgemeine Prüfungsstrategie für Fallbeispiele

1

Schritt 1: Situation erfassen (5 Minuten)

Lesen Sie die Fallbeschreibung zweimal. Markieren Sie beim zweiten Lesen: medizinische Diagnosen, aktuelle Symptome, Risikofaktoren, Ressourcen und soziale Situation. Erstellen Sie einen mentalen Überblick: Was ist das zentrale pflegerische Problem?

2

Schritt 2: Aufgabenstellung analysieren (3 Minuten)

Lesen Sie jede Teilaufgabe sorgfältig. Wie viele Pflegediagnosen, Ziele oder Maßnahmen werden gefordert? Ist eine Begründung verlangt? Achten Sie auf Schlüsselwörter: 'begründen Sie', 'erläutern Sie', 'benennen Sie'.

3

Schritt 3: Gliederung erstellen (5 Minuten)

Erstellen Sie eine Gliederung Ihrer Antwort. Ordnen Sie Ihre Gedanken nach dem Pflegeprozess. Notieren Sie Stichworte für jede Teilaufgabe. Eine gute Gliederung spart Zeit beim Ausformulieren.

4

Schritt 4: Ausformulieren (60 bis 90 Minuten)

Schreiben Sie strukturiert und in ganzen Sätzen. Verwenden Sie Fachbegriffe korrekt. Begründen Sie Maßnahmen pathophysiologisch oder mit Verweis auf Standards. Achten Sie auf das PES-Format bei Pflegediagnosen und SMART bei Zielen.

5

Schritt 5: Kontrolle (10 Minuten)

Lesen Sie Ihre Antwort nochmals durch. Prüfen Sie: Habe ich alle Teilaufgaben beantwortet? Sind die Pflegediagnosen vollständig im PES-Format? Sind die Ziele überprüfbar? Sind die Maßnahmen begründet? Habe ich Ressourcen benannt?

In der Prüfung gewinnt nicht, wer am meisten weiß, sondern wer sein Wissen am besten auf die Situation anwenden kann.

Kann ich ein Fallbeispiel systematisch bearbeiten und meine Antwort nach dem Pflegeprozess strukturieren?

Beherrsche ich die PES-Formulierung für Pflegediagnosen sicher und kann sie auf verschiedene Situationen anwenden?

Kann ich SMART-Ziele formulieren, die überprüfbar und realistisch sind?

Bin ich in der Lage, pflegerische Maßnahmen fachlich zu begründen?

Kenne ich die häufigsten Fallthemen (postoperativ, Demenz, Diabetes, Sturz, Dekubitus) und deren pflegerische Schwerpunkte?

Habe ich das Zeitmanagement für die schriftliche Prüfung geübt (120 Minuten pro Aufsichtsarbeit)?

Kann ich neben Problemen auch Ressourcen identifizieren und in die Planung einbeziehen?

Habe ich mindestens fünf Fallbeispiele selbstständig bearbeitet und meine Lösungen mit dem Lösungshinweis verglichen?

Wissenstest

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Frage 1 von 5Fallbeispiele

Bei einem Patienten mit Dekubitus Grad II am Kreuzbein: Welche Maßnahme ist am wichtigsten?

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