Berufsgruppen
Pflegefachkraft, Rettungsdienst, Notfallsanitäter, Gerontopsychiatrie, Intensivpflege, Alle Gesundheitsberufe
Regelmäßige Schulung zur Deeskalation und zum Umgang mit aggressiven Übergriffen für Pflege, Rettungsdienst, Notaufnahme und Psychiatrie. Rechtsgrundlage ArbSchG §4 und DGUV Regel 101-012.
Berufsgruppen
Pflegefachkraft, Rettungsdienst, Notfallsanitäter, Gerontopsychiatrie, Intensivpflege, Alle Gesundheitsberufe
Geltungsbereich
bundesweit
Intervall
zweijährlich
Umfang
8 Stunden
Infografik Deeskalation und Umgang mit Aggression: Pflichtfortbildung im Gesundheitswesen
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Übergriffe durch Patientinnen, Patienten oder Angehörige sind im Gesundheitswesen keine Einzelfälle. Nach DGUV-Erhebungen erleben rund 60 Prozent der Pflegefachkräfte in deutschen Kliniken mindestens einen verbal-aggressiven Vorfall pro Monat, etwa 12 Prozent erleben jährlich einen körperlichen Übergriff. Der Arbeitgeber ist nach §4 ArbSchG verpflichtet, Gefährdungen zu beurteilen und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Die DGUV Regel 101-012 "Arbeiten in Gesundheitseinrichtungen" konkretisiert diese Pflicht.
Die Fortbildung vermittelt systematische Deeskalations-Techniken (ProDeMa-Modell, SAFE-Ansatz), kollegiale Unterstützung, Selbstschutz und Nachsorge-Protokolle nach traumatischen Vorfällen.
ProDeMa-zertifizierte Trainer, Sicherheitsbeauftragte mit entsprechender Qualifikation, Psychologen oder Psychiater mit Schwerpunkt Forensik oder Notfallpsychologie.
Fehlende Gefährdungsbeurteilung und Schulung können bei Arbeitsunfällen als Organisationsverschulden gewertet werden, mit zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen für Leitungskräfte.
Jede Quelle wurde zuletzt am genannten Datum geprüft. Permalinks führen zur offiziellen Fundstelle.
Arbeitsschutzgesetz §4 Allgemeine Grundsätze
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung Regel 101-012 Arbeiten in Gesundheitseinrichtungen
Professionelles Deeskalations-Management (ProDeMa, anerkanntes Konzept mehrerer Berufsgenossenschaften)
Notaufnahmen, Psychiatrien, Gerontopsychiatrien, Rettungsdienst und Intensivstationen. Aber auch somatische Normalstationen, vor allem bei Aufnahmen in der Nacht, zeigen erhöhte Vorfalls-Raten.
Erste kollegiale Entlastung im Sinne eines strukturierten Debriefings innerhalb von 24 Stunden, formale psychosoziale Unterstützung (Betriebsarzt, externe Traumatologen) innerhalb einer Woche. Verzögerung erhöht das PTBS-Risiko deutlich.
Nicht zwingend, aber empfohlen als Ergänzung. Die Pflicht bezieht sich primär auf Prävention und Deeskalation. Körperlicher Eigenschutz wird in Bereichen mit hohem Risiko (Forensik, geschlossene Psychiatrie) separat trainiert.