Die 6 Phasen im Überblick
Informationssammlung (Assessment)
Systematische Erhebung aller pflegerelevanten Daten durch Beobachtung, Befragung, körperliche Untersuchung und Sichtung vorhandener Dokumentation. Hierbei werden sowohl objektive Befunde als auch subjektive Empfindungen des Patienten erfasst, um ein ganzheitliches Bild zu erhalten.
Erkennen von Pflegeproblemen und Ressourcen
Analyse der gesammelten Informationen zur Identifikation aktueller und potenzieller Pflegeprobleme. Gleichzeitig werden vorhandene Ressourcen und Fähigkeiten des Patienten erkannt, die in die Pflegeplanung einbezogen werden können.
Festlegung der Pflegeziele
Formulierung konkreter, messbarer und realistischer Pflegeziele gemeinsam mit dem Patienten. Die Ziele orientieren sich an den identifizierten Problemen und nutzen die vorhandenen Ressourcen. Sie werden in Nah- und Fernziele unterteilt.
Planung der Pflegemaßnahmen
Auswahl und Festlegung geeigneter Pflegemaßnahmen, die zur Erreichung der definierten Ziele beitragen. Dabei werden evidenzbasierte Pflegestandards, individuelle Bedürfnisse und verfügbare Ressourcen berücksichtigt.
Durchführung der Pflege
Umsetzung der geplanten Maßnahmen unter Beachtung pflegerischer Standards und individueller Patientenbedürfnisse. Die Durchführung wird sorgfältig dokumentiert, um Kontinuität und Nachvollziehbarkeit sicherzustellen.
Beurteilung der Pflege (Evaluation)
Systematische Überprüfung, ob die angestrebten Pflegeziele erreicht wurden. Die Evaluation bildet den Ausgangspunkt für eine erneute Informationssammlung und damit den Beginn eines neuen Durchlaufs des Pflegeprozesses.
Pflege ist kein Zufall, sondern ein systematischer Prozess, der auf fachlicher Kompetenz und kritischem Denken basiert.
| Verena Fiechter & Martha Meier
Praxistransfer: So gelingt die Umsetzung
Kernbotschaft
Setze ich alle sechs Phasen des Pflegeprozesses bewusst in meiner täglichen Arbeit ein?
Formuliere ich Pflegeziele so konkret und messbar, dass eine objektive Evaluation möglich ist?
Beziehe ich die Ressourcen und Wünsche meiner Patienten aktiv in die Pflegeplanung ein?
Nutze ich die Evaluation als systematischen Ausgangspunkt für Anpassungen der Pflegeplanung?
Kann ich den Pflegeprozess gegenüber Auszubildenden verständlich erklären und in der Praxis demonstrieren?
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