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Pflegediagnosen richtig formulieren: Ein Praxisleitfaden

Wie Pflegefachpersonen Pflegediagnosen nach NANDA-I korrekt formulieren und in den Pflegeprozess integrieren, mit Praxisbeispielen und häufigen Fehlerquellen.

DTDennis Tefett|11 Min Lesezeit|Feb 2026Kostenlos
PflegediagnosenNANDADokumentation

Was sind Pflegediagnosen?

Pflegediagnosen bilden das Fundament einer strukturierten und nachvollziehbaren Pflegeplanung. Sie beschreiben klinische Urteile über die Reaktionen von Einzelpersonen, Familien oder Gemeinschaften auf aktuelle oder potenzielle Gesundheitsprobleme und Lebensprozesse. Anders als medizinische Diagnosen, die Krankheiten benennen, fokussieren Pflegediagnosen auf die pflegerisch beeinflussbaren Phänomene und bilden damit die Grundlage für eigenständiges pflegerisches Handeln. Die international anerkannte NANDA-I-Klassifikation (North American Nursing Diagnosis Association International) stellt ein standardisiertes System bereit, das weltweit in Ausbildung und Praxis eingesetzt wird. Eine korrekt formulierte Pflegediagnose schafft Klarheit im Pflegeteam, verbessert die Dokumentationsqualität und stärkt die professionelle Identität der Pflege.

Aktuelle Diagnose

Beschreibt ein gegenwärtig bestehendes Gesundheitsproblem, das durch pflegerische Maßnahmen beeinflusst werden kann. Die Diagnose wird durch beobachtbare Zeichen und Symptome gestützt. Beispiel: Beeinträchtigte körperliche Mobilität.

Risikodiagnose

Identifiziert eine erhöhte Anfälligkeit für ein Gesundheitsproblem, das noch nicht eingetreten ist. Risikofaktoren werden benannt, um präventive Maßnahmen einzuleiten. Beispiel: Risiko eines Sturzes bei eingeschränkter Balance.

Gesundheitsförderungsdiagnose

Beschreibt die Bereitschaft einer Person, ihr Gesundheitsverhalten zu verbessern. Diese Diagnosen erkennen vorhandene Ressourcen an und unterstützen deren Weiterentwicklung. Beispiel: Bereitschaft für ein verbessertes Selbstmanagement.

Das PES-Format: Struktur einer Pflegediagnose

1

P Problem (Pflegediagnose)

Der erste Bestandteil benennt das pflegerische Problem mit dem standardisierten NANDA-I-Diagnosetitel. Die Formulierung muss eindeutig und präzise sein, damit alle Beteiligten dasselbe Verständnis haben. Vermeiden Sie dabei Umgangssprache und verwenden Sie stets die offiziellen Bezeichnungen der Klassifikation. Der Diagnosetitel allein reicht nicht aus erst die Kombination mit Ätiologie und Symptomen ergibt eine vollständige Pflegediagnose.

2

E Ätiologie (Einflussfaktoren)

Die Ätiologie beschreibt die ursächlichen oder beitragenden Faktoren, die zum Gesundheitsproblem führen. Sie wird durch die Formulierung 'beeinflusst durch' oder 'in Zusammenhang mit' mit dem Problem verknüpft. Die korrekte Identifikation der Ätiologie ist entscheidend, denn sie bestimmt die Auswahl der Pflegemaßnahmen. Pflegerische Interventionen richten sich primär gegen die Ursachen, nicht nur gegen die Symptome.

3

S Symptome (Zeichen und Symptome)

Die Symptome sind die beobachtbaren und messbaren Anzeichen, die die Pflegediagnose belegen. Sie werden durch die Formulierung 'angezeigt durch' oder 'erkennbar an' eingeleitet. Unterschieden wird zwischen subjektiven Daten (was die Patientin oder der Patient berichtet) und objektiven Daten (was die Pflegefachperson beobachtet oder misst). Je konkreter die Symptome dokumentiert sind, desto besser lässt sich die Wirksamkeit der Pflegemaßnahmen evaluieren.

Eine präzise Pflegediagnose ist der Kompass für die Pflegeplanung ohne sie navigieren wir im Nebel.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Die fünf häufigsten Fehler bei Pflegediagnosen:
  • Medizinische statt pflegerische Diagnose: Eine Pflegediagnose beschreibt nicht die Krankheit selbst, sondern die Reaktion des Menschen darauf. "Diabetes mellitus" ist eine medizinische Diagnose; "Wissensdefizit bezüglich Blutzuckerselbstmanagement" ist die pflegerische Perspektive.
  • Fehlende Ätiologie: Ohne die Benennung der Ursachen bleibt unklar, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Die Pflegediagnose wird unvollständig und die Planung ungerichtet.
  • Vage Symptombeschreibung: Formulierungen wie "Patient fühlt sich unwohl" sind nicht aussagekräftig genug. Konkrete Angaben wie "Patient äußert Schmerzen von 7/10 auf der NRS bei Belastung" ermöglichen eine gezielte Evaluation.
  • Vermischung von Problem und Maßnahme: Die Pflegediagnose beschreibt das Problem, nicht die Lösung. "Braucht Hilfe beim Waschen" ist keine Diagnose, sondern eine Maßnahme. Korrekt wäre: "Selbstpflegedefizit: Körperpflege".
  • Fehlende Aktualisierung: Pflegediagnosen müssen regelmäßig überprüft und an den aktuellen Zustand angepasst werden. Veraltete Diagnosen führen zu inadäquaten Maßnahmen.
ℹ️

Praxisbeispiel einer vollständigen Pflegediagnose

Problem: Beeinträchtigte körperliche Mobilität
Ätiologie: beeinflusst durch Schmerzen im rechten Kniegelenk und muskuläre Dekonditionierung nach dreiwöchiger Bettruhe
Symptome: angezeigt durch eingeschränkte Bewegungsfähigkeit im rechten Knie (Flexion max. 60°), unsicheres Gangbild mit Stützung am Rollator, verbale Äußerung von Angst vor Stürzen

Verwende ich ausschließlich standardisierte NANDA-I-Diagnosetitel?

Ist jede Pflegediagnose im vollständigen PES-Format formuliert?

Beschreibe ich pflegerisch beeinflussbare Phänomene statt medizinischer Krankheitsbilder?

Sind die Symptome konkret, beobachtbar und messbar dokumentiert?

Überprüfe und aktualisiere ich die Pflegediagnosen regelmäßig im Verlauf?

Nutze ich die Pflegediagnose als Grundlage für die Auswahl meiner Pflegemaßnahmen?

Sind meine Pflegediagnosen für alle Teammitglieder verständlich und nachvollziehbar?

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