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MRT-Sicherheit bei Implantaten: Der aktuelle Stand 2026

MR-conditional, MR-safe, MR-unsafe: Aktuelle Klassifikationen, Screening-Protokolle, häufige Implantate und Leitlinien zur sicheren MRT-Untersuchung.

DTDennis Tefett|12 Min Lesezeit|Feb 2026Kostenlos
MRTImplantateSicherheitScreening
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Aus der Praxis

MTR-Fachkraft Thomas bereitet eine MRT-Untersuchung vor, als die Patientin beiläufig erwähnt, dass sie „irgendetwas Metallisches" im Rücken habe. Der zuweisende Arzt hat auf dem Anforderungsschein keine Implantate vermerkt. Thomas unterbricht die Vorbereitung und beginnt mit einer systematischen Abklärung. Es stellt sich heraus, dass die Patientin einen MR-conditional Wirbelsäulenstabilisator trägt, der unter bestimmten Bedingungen sicher gescannt werden kann. Ohne die gründliche Abklärung hätte die Untersuchung entweder unnötig abgesagt oder unsicher durchgeführt werden können.

MR-Sicherheitsklassifikation von Implantaten

Die Sicherheitsklassifikation von Implantaten für die MRT folgt einer internationalen Nomenklatur, die von der American Society for Testing and Materials (ASTM) definiert wurde. Das Verständnis dieser Klassifikation ist für MTR unverzichtbar, weil die Entscheidung über die Durchführbarkeit einer MRT-Untersuchung maßgeblich von der Implantatklassifikation abhängt. Eine falsche Einschätzung kann entweder zu einer unnötigen Ablehnung der Untersuchung (und damit zu einer verzögerten Diagnose) oder zu einem schwerwiegenden Sicherheitsvorfall führen.
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MR Safe (MR-sicher)

Das Implantat stellt in jeder MR-Umgebung kein bekanntes Risiko dar. Es besteht aus nichtmetallischen, nichtmagnetischen und nicht leitfähigen Materialien. Beispiele: bestimmte Kunststoffimplantate, einige Keramikgelenkersätze. Diese Kategorie ist die unkomplizierteste, kommt aber relativ selten vor.

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MR Conditional (MR-bedingt sicher)

Das Implantat kann unter definierten Bedingungen sicher in der MRT untersucht werden. Die Bedingungen betreffen typischerweise die Feldstärke (z.B. nur bis 1,5 Tesla), die SAR-Grenzen (spezifische Absorptionsrate), die Gradientenstärke, die Positionierung und den zeitlichen Abstand zur Implantation. Diese Bedingungen müssen im Implantatpass dokumentiert sein und exakt eingehalten werden.

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MR Unsafe (MR-unsicher)

Das Implantat stellt ein bekanntes Risiko in der MR-Umgebung dar und ist eine absolute Kontraindikation für die MRT. Beispiele: ältere Herzschrittmacher, bestimmte Cochlea-Implantate, ferromagnetische Gefäßclips. Diese Implantate können durch das Magnetfeld bewegt, erhitzt oder in ihrer Funktion gestört werden. Eine MRT-Untersuchung ist unter keinen Umständen durchführbar.

Häufige Implantate in der MRT-Praxis

Herzschrittmacher und ICDs

Moderne MR-conditional Schrittmacher können unter strengen Auflagen gescannt werden. Voraussetzung: Umprogrammierung durch den Kardiologen in den MR-Modus vor der Untersuchung, Rückprogrammierung danach. Monitoring des Patienten während der gesamten Untersuchung. Ältere Schrittmacher sind oft MR-unsafe.

Hüft- und Kniegelenkersatz

Die meisten modernen Hüft- und Knie-Totalendoprothesen aus Titan oder Titanlegierungen sind MR-conditional und können bei 1,5 und 3 Tesla sicher gescannt werden. Lokale Artefakte im Bereich des Implantats sind zu erwarten. Metallartefaktreduktionssequenzen (MARS) können die Bildqualität verbessern.

Cochlea-Implantate

Neuere Cochlea-Implantate sind teilweise MR-conditional (meist nur bei 1,5 Tesla mit internem Magneten). Der interne Magnet kann sich im MR-Feld drehen und muss ggf. chirurgisch fixiert oder entfernt werden. Enge Rücksprache mit dem implantierenden HNO-Arzt ist erforderlich.

Wirbelsäulenimplantate

Pedikelschrauben, Cages und Stabilisatoren aus Titan sind in der Regel MR-conditional. Beachten: Wartezeit nach Implantation (typischerweise 6 Wochen), maximale SAR-Werte und lokale Erwärmungsrisiken. Der Implantatpass enthält die spezifischen Scanparameter, die eingehalten werden müssen.

Screening-Protokoll vor der MRT

Ein standardisiertes Screening-Protokoll ist die wichtigste Sicherheitsmaßnahme zur Vermeidung von MRT-Zwischenfällen mit Implantaten. Das Screening beginnt mit einem schriftlichen Fragebogen, der vom Patienten vor der Untersuchung ausgefüllt wird. Dieser Fragebogen muss alle relevanten Implantate, Metallfremdkörper, chirurgische Eingriffe und medizinischen Devices abfragen.
Im Anschluss führt die MTR ein persönliches Gespräch mit dem Patienten, um unklare Angaben zu klären und gezielt nachzufragen. Typische Nachfragen betreffen: „Hatten Sie jemals eine Operation?", „Tragen Sie einen Herzschrittmacher oder ein anderes elektronisches Implantat?", „Haben Sie jemals eine Metallverletzung am Auge gehabt?". Bei MR-conditional Implantaten muss der Implantatpass eingesehen und die spezifischen Scanbedingungen überprüft werden. Im Zweifelsfall gilt: Lieber eine Untersuchung verschieben und Rücksprache mit dem Radiologen halten, als ein Risiko einzugehen.

Die sicherste MRT-Untersuchung ist die, bei der alle Risiken vor dem Scan erkannt und adressiert wurden. Ein gutes Screening ist die halbe Sicherheit.

Selbstcheck

Kann ich die drei MR-Sicherheitsklassifikationen (Safe, Conditional, Unsafe) erklären und unterscheiden?

Weiß ich, welche Informationen der Implantatpass enthalten muss?

Kenne ich die spezifischen Scanbedingungen für die häufigsten MR-conditional Implantate?

Führe ich bei jedem Patienten ein standardisiertes MR-Sicherheitsscreening durch?

Weiß ich, was bei einem MR-conditional Herzschrittmacher vor und nach der Untersuchung organisiert werden muss?

Kenne ich die Eskalationswege bei unklarer Implantatsituation?

Dokumentiere ich die Ergebnisse des MR-Screenings für jeden Patienten?

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Nächster Schritt: Beratung

Sie haben Fragen zur MR-Sicherheit spezifischer Implantate oder möchten Ihr Team in MR-Sicherheitsprotokollen schulen? Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung oder ein maßgeschneidertes Inhouse-Training. Jetzt Kontakt aufnehmen unter /kontakt.

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