RefresherZentrum 5.0
Refresher Kurse (24h)
Praxisanleitung (300h)
MT Praxisanleitung (24h)Empfohlen
KI-SeminareNeu
Führungskräfte
Inhouse-Schulungen
NewsletterFachwissen per E-MailBetreuungskräfteAktivierung, §43b & PraxiswissenExamensvorbereitungKostenlos für AuszubildendeGerontopsychiatrieDemenz, Validation & BiografiearbeitIntensivpflegeBeatmung, Monitoring & DelirMTR & RadiologieStrahlenschutz, MRT & CTPalliative CareSchmerz, Ethik & SterbebegleitungRettungsdienstNotfallmedizin, CRM & PflichtfortbildungWissen PraxisanleitendeFachartikel & RechtsgrundlagenWissensakademie50+ kostenlose Fachartikel
SoftwareÜber unsTeilnehmerbereich
Termin vereinbarenZur Lernplattform
☢️MTRArtikel 3 von 4

CT-Protokolloptimierung: Bildqualität und Dosisreduktion vereinen

Strategien zur CT-Protokolloptimierung: Iterative Rekonstruktion, Kontrastmitteltiming, pädiatrische Protokolle und aktuelle Dosisreferenzwerte.

DTDennis Tefett|11 Min Lesezeit|Feb 2026Kostenlos
CTDosisreduktionProtokolleBildqualität
🔬

Aus der Praxis

MTR-Fachkraft Lisa bemerkt, dass die CT-Abdomen-Protokolle in ihrer Abteilung seit drei Jahren nicht mehr überarbeitet wurden. Die Dosiskennwerte liegen teilweise über den aktuellen diagnostischen Referenzwerten, und die neuen Rekonstruktionsalgorithmen des Geräts werden nicht genutzt. Gemeinsam mit dem Radiologen startet sie ein Optimierungsprojekt, das innerhalb von drei Monaten die durchschnittliche Dosis um 30 Prozent senkt, ohne die Bildqualität einzuschränken.

Warum Protokolloptimierung eine Kernaufgabe für MTR ist

Die Computertomographie ist die größte Einzelquelle medizinischer Strahlenexposition in Deutschland. Gleichzeitig bieten moderne CT-Geräte zahlreiche Möglichkeiten zur Dosisreduktion, die in der Praxis häufig nicht ausgeschöpft werden. Die Protokolloptimierung ist daher eine der wirksamsten Maßnahmen im praktischen Strahlenschutz.
MTR sind als direkte Anwenderinnen und Anwender der Geräte in einer Schlüsselposition: Sie kennen die technischen Möglichkeiten, arbeiten täglich mit den Protokollen und können Optimierungspotenziale am besten identifizieren. Eine aktive Beteiligung an der Protokolloptimierung ist nicht nur fachlich geboten, sondern stärkt auch die professionelle Rolle der MTR im interdisziplinären Team. Die enge Zusammenarbeit mit Radiologen und Medizinphysikern ist dabei unverzichtbar.

Schlüsselstrategien der Dosisreduktion

1

Iterative Rekonstruktion nutzen

Moderne iterative Rekonstruktionsalgorithmen (ASIR, ADMIRE, iDose, AIDR 3D) ermöglichen eine signifikante Dosisreduktion bei gleichbleibender oder sogar verbesserter Bildqualität. Im Vergleich zur gefilterten Rückprojektion (FBP) sind Dosisreduktionen von 30 bis 60 Prozent möglich. Die Stärke der iterativen Rekonstruktion muss individuell angepasst werden, um ein unnatürliches, wachsartiges Bildrauschen zu vermeiden.

2

Automatische Belichtungskontrolle (ABC) korrekt einsetzen

Die automatische Belichtungskontrolle passt den Röhrenstrom an die individuelle Patientenanatomie an. Voraussetzung ist ein korrekt erstelltes Topogramm und die richtige Einstellung der Referenz-Bildqualität (Noise Index, Reference mAs). Bei adipösen Patienten kann die ABC die Dosis sogar erhöhen. MTR müssen die ABC-Parameter verstehen und situationsgerecht anpassen.

3

Kontrastmittel-Timing optimieren

Bolus-Tracking ermöglicht eine individuelle Anpassung des Scanzeitpunkts an die Kontrastmittelanflutung. Im Vergleich zu festen Verzögerungszeiten verbessert Bolus-Tracking sowohl die diagnostische Qualität als auch die Kontrastmitteleffizienz. Die korrekte Platzierung der ROI (Region of Interest), die Wahl des Schwellenwerts und die Scanverzögerung müssen trainiert werden.

4

Scanbereich und Phasenzahl minimieren

Jeder zusätzliche Zentimeter Scanlänge und jede zusätzliche Kontrastmittelphase erhöhen die Patientendosis. Eine präzise Einstellung des Scanbereichs auf die klinische Fragestellung und die kritische Prüfung, ob Nativserie, arterielle Phase und venöse Phase wirklich alle nötig sind, kann die Gesamtdosis erheblich reduzieren.

Dosiskennwerte verstehen und überwachen

CTDIvol (CT-Dosisindex)

Beschreibt die durchschnittliche Dosis in einem standardisierten Phantom (16 cm für Kopf, 32 cm für Körperstamm). Wird in Milligray (mGy) angegeben und ist der wichtigste Parameter für den Vergleich einzelner Scans. Der CTDIvol hängt von kV, mAs, Pitch und Kollimation ab.

DLP (Dosis-Längen-Produkt)

Das DLP ergibt sich aus dem CTDIvol multipliziert mit der Scanlänge in Zentimetern. Es beschreibt die Gesamtdosis einer CT-Untersuchung und wird in mGy x cm angegeben. Das DLP ist die Grundlage für den Vergleich mit den diagnostischen Referenzwerten (DRW) des Bundesamts für Strahlenschutz.

Pädiatrische CT-Protokolle

Die Dosisoptimierung bei Kindern verdient besondere Aufmerksamkeit, weil Kinder eine höhere Strahlenempfindlichkeit haben und eine längere verbleibende Lebenszeit, in der sich strahleninduzierte Schäden manifestieren können. Pädiatrische Protokolle müssen gewichtsadaptiert sein, mit reduzierten kV-Werten arbeiten (80 kV statt 120 kV bei kleinen Kindern) und die iterative Rekonstruktion maximal nutzen.
Jedes CT bei einem Kind sollte individuell gerechtfertigt werden, und alternative Verfahren (Ultraschall, MRT) sollten immer in Betracht gezogen werden. Für häufige pädiatrische Fragestellungen (Appendizitis, Schädel-Hirn-Trauma, Thorax) gibt es spezifische Niedrigdosis-Protokolle, die in enger Abstimmung mit den Kinderradiologen entwickelt werden sollten. MTR tragen eine besondere Verantwortung, auf die korrekte Auswahl des alters- und gewichtsadaptierten Protokolls zu achten.

Selbstcheck

Kenne ich die aktuellen diagnostischen Referenzwerte für die häufigsten CT-Untersuchungen in meiner Abteilung?

Kann ich die iterative Rekonstruktion korrekt einsetzen und deren Auswirkung auf die Bildqualität beurteilen?

Beherrsche ich das Bolus-Tracking und kann die Parameter (ROI, Schwellenwert, Verzögerung) situationsgerecht einstellen?

Überprüfe ich regelmäßig die Dosisprotokolle meiner Abteilung und vergleiche sie mit den DRW?

Nutze ich gewichtsadaptierte Protokolle für pädiatrische Untersuchungen?

Dokumentiere ich Dosiskennwerte (CTDIvol, DLP) im Befundsystem und mache sie für die Qualitätssicherung zugänglich?

Bringe ich Optimierungsvorschläge aktiv in die Zusammenarbeit mit Radiologen und Medizinphysikern ein?

🔬

Nächster Schritt: Fortbildung

Vertiefen Sie Ihre Kompetenz in der CT-Protokolloptimierung in unseren Fachseminaren. Praxisnahe Übungen an verschiedenen Gerätetypen, Dosisaudits und die Entwicklung individueller Protokollstandards stehen im Mittelpunkt. Alle Seminare werden für die Strahlenschutz-Aktualisierung anerkannt. Jetzt informieren unter /seminare/refresher-kurse.

Gefällt Ihnen dieser Artikel?

Erhalten Sie neue Fachartikel, Seminar-Updates und exklusive Praxistipps direkt in Ihr Postfach.

Weiterführend

Verwandte Fachartikel

Vertiefen Sie Ihr Wissen mit diesen thematisch passenden Artikeln.

☢️MTR10 Min

Strahlenschutz-Aktualisierung 2026: Was MTR wissen müssen

Fachkunde-Aktualisierung nach §48 StrlSchV: Anforderungen, neue Dosisreferenzwerte und verfügbare Formate. So bleibt Ihr Team compliant.

Jetzt lesen
☢️MTR12 Min

MRT-Sicherheit bei Implantaten: Der aktuelle Stand 2026

MR-conditional, MR-safe, MR-unsafe: Aktuelle Klassifikationen, Screening-Protokolle, häufige Implantate und Leitlinien zur sicheren MRT-Untersuchung.

Jetzt lesen
☢️MTR10 Min

KI in der Radiologie: Chancen, Grenzen und die Rolle der MTR

KI-Anwendungen in der Bildgebung: Automatisierte Detektion, Workflow-Optimierung, Qualitätssicherung und die neue Rolle der MTR als KI-Supervisoren.

Jetzt lesen
Alle Fachartikel durchsuchen

Weitere Artikel in MTR

VorherigerMRT-Sicherheit bei Implantaten: Der aktuelle Stand 2026
NächsterKI in der Radiologie: Chancen, Grenzen und die Rolle der MTR
Weiterbildung

Noch Fragen? Wir beraten Sie gerne.

Ob Seminar, Fortbildung oder individuelle Beratung, wir finden gemeinsam das passende Angebot für Sie und Ihr Team.

Seminare entdecken Kontakt aufnehmen

Freies Informationsangebot zur eigenständigen Nutzung. Kein Fernunterricht im Sinne des FernUSG. Es findet keine Überwachung des Lernerfolgs statt.