Aus der Praxis
Warum Protokolloptimierung eine Kernaufgabe für MTR ist
Schlüsselstrategien der Dosisreduktion
Iterative Rekonstruktion nutzen
Moderne iterative Rekonstruktionsalgorithmen (ASIR, ADMIRE, iDose, AIDR 3D) ermöglichen eine signifikante Dosisreduktion bei gleichbleibender oder sogar verbesserter Bildqualität. Im Vergleich zur gefilterten Rückprojektion (FBP) sind Dosisreduktionen von 30 bis 60 Prozent möglich. Die Stärke der iterativen Rekonstruktion muss individuell angepasst werden, um ein unnatürliches, wachsartiges Bildrauschen zu vermeiden.
Automatische Belichtungskontrolle (ABC) korrekt einsetzen
Die automatische Belichtungskontrolle passt den Röhrenstrom an die individuelle Patientenanatomie an. Voraussetzung ist ein korrekt erstelltes Topogramm und die richtige Einstellung der Referenz-Bildqualität (Noise Index, Reference mAs). Bei adipösen Patienten kann die ABC die Dosis sogar erhöhen. MTR müssen die ABC-Parameter verstehen und situationsgerecht anpassen.
Kontrastmittel-Timing optimieren
Bolus-Tracking ermöglicht eine individuelle Anpassung des Scanzeitpunkts an die Kontrastmittelanflutung. Im Vergleich zu festen Verzögerungszeiten verbessert Bolus-Tracking sowohl die diagnostische Qualität als auch die Kontrastmitteleffizienz. Die korrekte Platzierung der ROI (Region of Interest), die Wahl des Schwellenwerts und die Scanverzögerung müssen trainiert werden.
Scanbereich und Phasenzahl minimieren
Jeder zusätzliche Zentimeter Scanlänge und jede zusätzliche Kontrastmittelphase erhöhen die Patientendosis. Eine präzise Einstellung des Scanbereichs auf die klinische Fragestellung und die kritische Prüfung, ob Nativserie, arterielle Phase und venöse Phase wirklich alle nötig sind, kann die Gesamtdosis erheblich reduzieren.
Dosiskennwerte verstehen und überwachen
CTDIvol (CT-Dosisindex)
Beschreibt die durchschnittliche Dosis in einem standardisierten Phantom (16 cm für Kopf, 32 cm für Körperstamm). Wird in Milligray (mGy) angegeben und ist der wichtigste Parameter für den Vergleich einzelner Scans. Der CTDIvol hängt von kV, mAs, Pitch und Kollimation ab.
DLP (Dosis-Längen-Produkt)
Das DLP ergibt sich aus dem CTDIvol multipliziert mit der Scanlänge in Zentimetern. Es beschreibt die Gesamtdosis einer CT-Untersuchung und wird in mGy x cm angegeben. Das DLP ist die Grundlage für den Vergleich mit den diagnostischen Referenzwerten (DRW) des Bundesamts für Strahlenschutz.
Pädiatrische CT-Protokolle
Selbstcheck
Kenne ich die aktuellen diagnostischen Referenzwerte für die häufigsten CT-Untersuchungen in meiner Abteilung?
Kann ich die iterative Rekonstruktion korrekt einsetzen und deren Auswirkung auf die Bildqualität beurteilen?
Beherrsche ich das Bolus-Tracking und kann die Parameter (ROI, Schwellenwert, Verzögerung) situationsgerecht einstellen?
Überprüfe ich regelmäßig die Dosisprotokolle meiner Abteilung und vergleiche sie mit den DRW?
Nutze ich gewichtsadaptierte Protokolle für pädiatrische Untersuchungen?
Dokumentiere ich Dosiskennwerte (CTDIvol, DLP) im Befundsystem und mache sie für die Qualitätssicherung zugänglich?
Bringe ich Optimierungsvorschläge aktiv in die Zusammenarbeit mit Radiologen und Medizinphysikern ein?
Nächster Schritt: Fortbildung
Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Erhalten Sie neue Fachartikel, Seminar-Updates und exklusive Praxistipps direkt in Ihr Postfach.
Verwandte Fachartikel
Vertiefen Sie Ihr Wissen mit diesen thematisch passenden Artikeln.
Weitere Artikel in MTR
Freies Informationsangebot zur eigenständigen Nutzung. Kein Fernunterricht im Sinne des FernUSG. Es findet keine Überwachung des Lernerfolgs statt.