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Aktivierung und Beschäftigung bei Demenz: 15 bewährte Methoden

15 praxiserprobte Aktivierungsmethoden für die Betreuung von Menschen mit Demenz, von Sinnesanregung bis kreative Beschäftigung.

DTDennis Tefett|10 Min Lesezeit|Feb 2026Kostenlos
AktivierungDemenzPraxis
🎯

Aus der Praxis

Frau Nowak, 82 Jahre, sitzt seit dem Frühstück regungslos in ihrem Rollstuhl im Aufenthaltsraum. Ihre Augen sind geöffnet, aber sie nimmt scheinbar keinen Anteil an ihrer Umgebung. Die Betreuungskraft Lisa hat das Gefühl, Frau Nowak „nicht zu erreichen", und weiß nicht, welche Aktivierung in diesem Stadium der Demenz noch sinnvoll und möglich ist.

Warum Aktivierung bei Demenz so wichtig ist

Aktivierung bei demenzkranken Menschen dient nicht der Beschäftigung um der Beschäftigung willen. Sie hat konkrete therapeutische Ziele: vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten, Wohlbefinden zu fördern, soziale Teilhabe zu ermöglichen und dem Rückzug in die Apathie entgegenzuwirken. Studien zeigen, dass regelmäßige Aktivierungsangebote die Lebensqualität demenzkranker Menschen verbessern und herausforderndes Verhalten reduzieren können. Die Herausforderung liegt darin, Aktivierungsangebote individuell an das Demenzstadium, die Biografie und die aktuellen Fähigkeiten der jeweiligen Person anzupassen. Was einen Menschen aktiviert, kann einen anderen überfordern oder unterfordern.

Aktivierungsmethoden im Überblick

10-Minuten-Aktivierung

Eine niedrigschwellige Methode, die mit biografisch bedeutsamen Gegenständen arbeitet. In einer Schachtel werden Alltagsgegenstände zu einem Thema gesammelt (z.B. Küchengegenstände, Werkzeug, Gartenartikel). Der Bewohner nimmt die Gegenstände in die Hand, befühlt sie und erzählt spontan dazu. Die Aktivierung ist zeitlich begrenzt (10 bis 15 Minuten), um Überforderung zu vermeiden, und orientiert sich an der Aufmerksamkeitsspanne.

Snoezelen

Multisensorische Stimulation in einer reizarmen, angenehmen Umgebung. Lichteffekte, sanfte Musik, Düfte und taktile Materialien regen die Sinne an, ohne zu überfordern. Snoezelen kann Unruhe und Angst reduzieren und einen Zustand der Entspannung und des Wohlbefindens fördern. Es ist besonders für Menschen in der mittleren und schweren Demenzphase geeignet.

Basale Stimulation

Ein Konzept, das grundlegende Sinneserfahrungen anbietet: somatische Stimulation (Berührung, Waschungen), vestibuläre Stimulation (Schaukeln, Lageveränderungen), vibratorische Stimulation (Summen, Vibration auf dem Brustkorb). Basale Stimulation eignet sich für Menschen mit schwerer Demenz, die kaum noch auf verbale Ansprache reagieren. Sie fördert Körperwahrnehmung und Wohlbefinden.

Bewegungsangebote

An die Fähigkeiten angepasste Bewegung fördert Mobilität, Gleichgewicht und Stimmung. Im Sitzen: Ballspiele, Sitztänze, Bewegung mit Tüchern. Im Stehen: leichte Gymnastik, Tanzen zu vertrauter Musik. Selbst bei bettlägerigen Menschen können passive Bewegungsübungen und Handmassagen aktivierend wirken. Musik als Begleitung steigert Motivation und Freude.

Aktivierung nach Demenzstadium

1

Leichte Demenz: Ressourcenorientierte Aktivierung

Die Person hat noch viele erhaltene Fähigkeiten. Geeignet sind: Gesellschaftsspiele (vereinfacht), Singen in der Gruppe, Gartenarbeit, Kochgruppen, Zeitungsrunde, Spaziergänge. Wichtig ist, Erfolgserlebnisse zu ermöglichen und Überforderung zu vermeiden. Die Person sollte an der Auswahl der Aktivitäten beteiligt werden. Die Betreuungskraft übernimmt eine moderierende, nicht belehrende Rolle.

2

Mittlere Demenz: Biografisch orientierte Aktivierung

Die kognitive Leistungsfähigkeit ist deutlich eingeschränkt. 10-Minuten-Aktivierung, Snoezelen, Singen vertrauter Lieder, Falten von Handtüchern oder Sortieren von Gegenständen nach Farbe oder Größe sind geeignete Angebote. Die Biografie dient als Schlüssel: Wer früher gern gekocht hat, reagiert auf das Schälen von Kartoffeln. Wer früher im Garten gearbeitet hat, genießt das Umtopfen von Pflanzen. Gruppenaktivitäten in kleinen Gruppen (3 bis 5 Personen) sind möglich.

3

Schwere Demenz: Sinnesorientierte Einzelaktivierung

Gruppenaktivitäten sind meist nicht mehr möglich. Die Aktivierung erfolgt als Einzelkontakt und richtet sich an die Sinne: Berührung (Handmassage, Eincremen), Geruch (vertraute Düfte wie Lavendel, Kaffee), Gehör (Lieblingsmusik, leises Summen), Sehen (Lichteffekte, Farbkontraste). Die Basale Stimulation bietet ein differenziertes Konzept für diese Phase. Auch kurze Aktivierungsmomente von wenigen Minuten können wertvoll sein.

Dokumentation von Aktivierungsangeboten

Die Dokumentation der Betreuungs- und Aktivierungsangebote ist nicht nur eine gesetzliche Anforderung, sondern auch eine wichtige Informationsquelle für das gesamte Betreuungsteam. Dokumentiert werden: Art des Angebots, Dauer, Teilnahmebereitschaft, Reaktion des Bewohners (Mimik, Gestik, Verbalisierungen, Wohlbefinden) und besondere Beobachtungen. Die Dokumentation dient als Grundlage für die individuelle Betreuungsplanung und für die MDK-Prüfung.

Aktivierung bedeutet nicht, jemanden zu beschäftigen. Aktivierung bedeutet, einem Menschen zu ermöglichen, sich lebendig zu fühlen.

Selbstcheck

Kenne ich die Methoden 10-Minuten-Aktivierung, Snoezelen und Basale Stimulation und kann sie unterscheiden?

Kann ich Aktivierungsangebote an das jeweilige Demenzstadium anpassen?

Nutze ich biografisches Wissen bei der Auswahl von Aktivierungsangeboten?

Weiß ich, wann Einzel- und wann Gruppenaktivitäten angemessen sind?

Dokumentiere ich Aktivierungsangebote und die Reaktionen der Bewohner systematisch?

Erkenne ich Zeichen von Überforderung oder Unterforderung während der Aktivierung?

Reflektiere ich regelmäßig, ob meine Aktivierungsangebote noch den aktuellen Fähigkeiten der Bewohner entsprechen?

🎯

Nächster Schritt: Fortbildung

Vertiefen Sie Ihr Wissen in unserer Fortbildung für Betreuungskräfte. Lernen Sie, Aktivierungsangebote professionell zu planen, stadien- gerecht durchzuführen und nachvollziehbar zu dokumentieren. Die Fortbildung erfüllt die Anforderungen nach § 53b SGB XI. Jetzt informieren unter /kurse-betreuungskraefte.

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