🧠GerontopsychiatrieArtikel 3 von 5

Herausforderndes Verhalten verstehen und professionell begleiten

Aggression, Unruhe und Verweigerung: Hintergründe erkennen und deeskalierende Handlungsstrategien in der gerontopsychiatrischen Pflege anwenden.

DTDennis Tefett|12 Min Lesezeit|Jan 2026Kostenlos
VerhaltenDeeskalationGerontopsychiatriePraxisanleitung

Aus der Praxis

Während der Morgenpflege schlägt der 78-jährige Herr Krause plötzlich nach Pflegefachkraft Stefan. Stefan ist erschrocken und verletzt. Im Team wird diskutiert, ob Herr Krause „absichtlich aggressiv" sei. Niemand fragt zunächst, was Herr Krause mit seinem Verhalten möglicherweise ausdrücken wollte, denn die Situation wird ausschließlich als Angriff bewertet.

Herausforderndes Verhalten als Kommunikation verstehen

Der Begriff „herausforderndes Verhalten" hat in der Gerontopsychiatrie den älteren Ausdruck „Verhaltensstörung" abgelöst, und das aus gutem Grund: Er lenkt den Blick weg von der Bewertung des Menschen hin zur Analyse der Situation (Bartholomeyczik et al., 2006). Herausforderndes Verhalten bei Menschen mit Demenz ist selten böswillig oder gezielt. Es ist der Ausdruck eines Bedürfnisses, das auf anderem Wege nicht mehr kommuniziert werden kann. Schlagen, Schreien, Umherwandern, Verweigerung von Pflege oder sexuell enthemmtes Verhalten sind keine „Störungen", sondern Verhaltensweisen, die eine Bedeutung tragen (Halek & Bartholomeyczik, 2006).
International wird dieses Symptomspektrum als BPSD bezeichnet: Behavioral and Psychological Symptoms of Dementia. Die International Psychogeriatric Association definiert BPSD als „Symptome gestörter Wahrnehmung, des Denkinhalts, der Stimmung oder des Verhaltens, die häufig bei Patientinnen und Patienten mit Demenz auftreten" (IPA, 2015). Bis zu 90 Prozent aller Menschen mit Demenz entwickeln im Krankheitsverlauf mindestens ein BPSD-Symptom (Kales et al., 2015). BPSD ist damit keine Randerscheinung, sondern Kernbestandteil des Demenzsyndroms und Hauptgrund für Heimeinweisungen, Stürze und Belastungssyndrome bei Pflegenden (Livingston et al., 2020).

Theoretische Modelle: NDB, Person-zentrierte Pflege, ABC-Schema

Das NDB-Modell (Need-driven Dementia-compromised Behavior) nach Algase et al. (1996) bietet einen wissenschaftlich fundierten Rahmen. Es unterscheidet zwischen Hintergrundfaktoren (neurologische Veränderungen, Persönlichkeit, Biografie, kognitive und funktionale Fähigkeiten) und proximalen Faktoren (physiologische Bedürfnisse, psychosoziale Bedürfnisse, physische und soziale Umgebung). Verhalten entsteht aus dem Zusammenspiel beider Ebenen. Pflegerische Interventionen setzen primär an den modifizierbaren proximalen Faktoren an.
Tom Kitwood (1997) ergänzte mit dem Konzept der person-zentrierten Pflege die soziale Dimension. Sein Begriff der „malignen Sozialpsychologie" beschreibt 17 alltägliche Interaktionsformen, die das Personsein des Menschen mit Demenz untergraben, etwa Infantilisieren, Etikettieren, Ignorieren oder Überholen. Person-zentrierte Pflege rahmt jede Pflegehandlung als Beziehungsangebot, das fünf psychologische Grundbedürfnisse adressiert: Trost, Bindung, Einbeziehung, Beschäftigung und Identität (Brooker, 2007).
Auf operativer Ebene strukturiert das ABC-Modell (Antecedent – Behavior – Consequence) die Verhaltensanalyse. Antecedent meint die unmittelbar vorausgehende Situation, Behavior das beobachtbare Verhalten in präziser Beschreibung, Consequence die Reaktion der Umwelt und des Betroffenen. Eine systematische ABC-Dokumentation über mindestens sieben Tage deckt Muster auf, die im Pflegealltag sonst unbemerkt bleiben (Kales et al., 2015). Im DNQP-Expertenstandard „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz" ist die verstehende Diagnostik dieses Typs als Kernkriterium verankert (DNQP, 2018).

BPSD und Differenzialdiagnostik: Delir und Depression abgrenzen

Vor jeder Verhaltensintervention steht die Differenzialdiagnostik. Akute Verhaltensänderungen sind bei alten Menschen häufig Zeichen eines Delirs, nicht der Demenz. Das Delir entwickelt sich innerhalb von Stunden bis Tagen, fluktuiert über den Tag, geht mit Aufmerksamkeits- und Bewusstseinsstörungen einher und hat in der Regel eine somatische Ursache: Infektion (insbesondere Harnwegs- und Atemwegsinfekte), Exsikkose, Elektrolytentgleisung, Hypoxie, Schmerzen oder anticholinerge Medikation (DGPPN & DGN, 2023). Wer Delir-Symptome als BPSD fehlinterpretiert und mit Antipsychotika behandelt, verschleiert die Ursache und gefährdet die Patientin oder den Patienten.
Die Depression ist die zweite wichtige Differenzialdiagnose. Apathie, sozialer Rückzug, Appetitlosigkeit und nächtliche Unruhe können Ausdruck einer behandelbaren depressiven Störung sein. Die Cornell Scale for Depression in Dementia ist ein etabliertes Instrument zur Erfassung depressiver Symptome bei Menschen mit Demenz (DGPPN & DGN, 2023). Die Faustregel lautet: Bei jeder akuten Verhaltensänderung zuerst somatische und medikamentöse Ursachen ausschließen, bevor das Verhalten als BPSD interpretiert wird.

Häufige Auslöser herausfordernden Verhaltens

Schmerzen und körperliches Unwohlsein

Unerkannte oder unzureichend behandelte Schmerzen sind einer der häufigsten Auslöser für Aggression und Unruhe bei Menschen mit Demenz (Husebo et al., 2011). Da die verbale Schmerzkommunikation eingeschränkt ist, äußern sich Schmerzen als Abwehrverhalten bei Mobilisation, als Grimassieren oder als allgemeine Unruhe. Systematische Schmerzassessments mit BESD oder PAINAD sind unverzichtbar (Basler et al., 2006; Warden et al., 2003).

Überstimulation und Reizüberflutung

Laute Umgebungen, hektische Atmosphäre, zu viele Personen im Raum oder gleichzeitige Reize überfordern das demenziell veränderte Gehirn. Die Folge kann Angst, Rückzug oder Aggression sein. Ruhige, reizarme Umgebungen und vorhersehbare Tagesstrukturen reduzieren BPSD nachweislich (Livingston et al., 2020).

Verlust von Autonomie und Kontrolle

Pflegemaßnahmen wie Körperpflege, Inkontinenzversorgung oder Anziehen greifen tief in die Intimsphäre ein. Menschen mit Demenz verstehen häufig nicht, was geschieht, und erleben die Pflege als Übergriff. Widerstand gegen Pflege ist in vielen Fällen eine nachvollziehbare Reaktion auf einen empfundenen Kontrollverlust und keine Aggression im engeren Sinn (Kitwood, 1997).

Biografische Traumata

Kriegserlebnisse, Missbrauchserfahrungen oder andere traumatische Lebensereignisse können durch bestimmte Pflegesituationen reaktiviert werden. Dunkelheit, bestimmte Geräusche, die Nähe fremder Personen oder enge Räume können Flashbacks auslösen. Die Kenntnis der Biografie ist für die Prävention entscheidend (Halek & Bartholomeyczik, 2006).

Professionelle Deeskalationsstrategien

1

Situation analysieren statt reagieren

Treten Sie innerlich einen Schritt zurück, bevor Sie handeln. Fragen Sie sich: Was passiert gerade aus der Perspektive des Betroffenen? Welches Bedürfnis könnte hinter dem Verhalten stehen? Diese kurze Reflexion verhindert impulsive Reaktionen und eröffnet professionelle Handlungsoptionen (Halek & Bartholomeyczik, 2006).

2

Ruhig und respektvoll bleiben

Senken Sie Ihre Stimme, verlangsamen Sie Ihre Bewegungen und vermeiden Sie hektische Gesten. Stellen Sie sich seitlich statt frontal zur Person, um keine Bedrohung zu signalisieren. Ihr ruhiges Auftreten überträgt sich auf die Situation und wirkt beruhigend.

3

Die auslösende Situation verändern

Wenn Körperpflege zur Eskalation führt, unterbrechen Sie die Maßnahme und versuchen Sie es später erneut. Wenn die Umgebung überreizt, reduzieren Sie Reize: Licht dimmen, Radio ausschalten, andere Personen bitten, den Raum zu verlassen. Oft reicht eine kleine Veränderung, um die Situation zu entschärfen.

4

Bedürfnis adressieren

Wenn Schmerz als Auslöser vermutet wird, bieten Sie eine Schmerzmedikation an. Wenn Hunger oder Durst die Ursache sein könnten, bieten Sie Nahrung an. Wenn Einsamkeit zugrunde liegt, setzen Sie sich hin und bieten Sie Ihre Präsenz an. Die Lösung liegt in der Befriedigung des Bedürfnisses, nicht in der Unterdrückung des Verhaltens (Algase et al., 1996).

5

Im Team reflektieren und dokumentieren

Dokumentieren Sie Verhaltensauffälligkeiten systematisch im ABC-Schema: Wann tritt das Verhalten auf, in welchem Kontext, was geschah vorher, was half? Diese Dokumentation ermöglicht Mustererkennungen und die Entwicklung individueller Handlungsstrategien im Team. Strukturierte Fallbesprechungen nach dem Modell der Verstehenden Diagnostik sind in der Fachweiterbildung verankert (DNQP, 2018).

Strukturierte Assessmentinstrumente

BESD: Beurteilung von Schmerzen bei Demenz

Deutschsprachige Adaption der PAINAD-Skala. Erfasst fünf Dimensionen: Atmung, Lautäußerungen, Gesichtsausdruck, Körpersprache, Reaktion auf Trost. Jede Dimension wird mit 0 bis 2 Punkten bewertet, Gesamtscore 0 bis 10. Werte ab 2 sprechen für relevante Schmerzen und erfordern eine analgetische Intervention (Basler et al., 2006).

NPI: Neuropsychiatrisches Inventar

Erfasst zwölf BPSD-Domänen: Wahn, Halluzinationen, Erregung, Depression, Angst, Euphorie, Apathie, Enthemmung, Reizbarkeit, motorisches Verhalten, Schlafstörungen, Essstörungen. Jede Domäne wird in Häufigkeit, Schweregrad und Belastung der Pflegenden bewertet. Der NPI ist Goldstandard in der BPSD-Forschung und Verlaufsbeurteilung (Cummings, 1997).

CMAI: Cohen-Mansfield Agitation Inventory

Spezifisches Instrument zur Erfassung von Agitation. Differenziert 29 Verhaltensweisen in vier Faktoren: körperlich aggressiv, körperlich nicht-aggressiv, verbal aggressiv, verbal nicht-aggressiv. Die Differenzierung ist therapeutisch relevant, weil körperlich nicht-aggressive Agitation (etwa Wandern) andere Interventionen erfordert als verbale Aggression (Cohen-Mansfield, 1996).

Cornell Scale for Depression in Dementia

19 Items in fünf Kategorien (Stimmung, Verhalten, körperliche Zeichen, zyklische Funktionen, Denkstörungen). Wird im Fremdrating durch Pflegende und Angehörige erhoben, da Selbstauskünfte bei fortgeschrittener Demenz unzuverlässig sind. Werte ab 8 sprechen für eine relevante depressive Symptomatik (DGPPN & DGN, 2023).

Nicht-medikamentöse Interventionen: Was ist evidenzbasiert?

Die S3-Leitlinie Demenzen empfiehlt nicht-medikamentöse Verfahren als Maßnahmen der ersten Wahl bei BPSD (DGPPN & DGN, 2023). Die Lancet Commission on Dementia bestätigte 2020 in einer umfassenden Evidenzsynthese: Personalisierte, mehrkomponentige Interventionen reduzieren Agitation und Aggression klinisch relevant und sind Antipsychotika in Wirksamkeit und Sicherheit überlegen (Livingston et al., 2020).

Validation nach Naomi Feil

Wertschätzende Methode, die das emotionale Erleben des Menschen mit Demenz spiegelt, statt es zu korrigieren. Vier Bewältigungsstadien (mangelhafte Orientierung, Zeitverwirrtheit, sich wiederholende Bewegungen, Vegetieren) erfordern unterschiedliche Techniken. Validation reduziert Angst und Aggression und stärkt das Selbstwertgefühl (Feil, 2010).

Erinnerungspflege und Biografiearbeit

Aktiviert das Langzeitgedächtnis, das bei Demenz lange erhalten bleibt. Konkrete Methoden: Erinnerungskoffer, Biografiebogen, Fotoalben, Lieder aus der Jugend. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit zeigt moderate Effekte auf Stimmung und Kognition bei guter Verträglichkeit (Livingston et al., 2020).

Basale Stimulation und Snoezelen

Multisensorische Verfahren, die Wahrnehmung über somatische, vibratorische, vestibuläre, olfaktorische, gustatorische, akustische und visuelle Reize gezielt anbieten. Wirksam besonders bei schwerer Demenz und reduzierter Kommunikationsfähigkeit. Einzelinterventionen mit individuell ausgewählten Reizen sind Gruppenangeboten überlegen (Kales et al., 2015).

Musiktherapie

Aktives Singen, Musizieren oder rezeptives Hören vertrauter Lieder. Die Lancet Commission stuft Musiktherapie als eine der am besten belegten BPSD-Interventionen ein. Effekte zeigen sich auf Agitation, Angst und Depression. Personalisierte Playlists, an die Biografie angepasst, sind generischen Programmen überlegen (Livingston et al., 2020).

Bewegung und Tagesstruktur

Regelmäßige körperliche Aktivität, Lichtexposition am Vormittag und stabile Tag-Nacht-Rhythmen reduzieren nächtliche Unruhe und Sundowning. Tagesstruktur ist die Basisintervention, auf der alle weiteren Verfahren aufbauen (DGPPN & DGN, 2023).

Dementia Care Mapping (DCM)

Systematische Beobachtungsmethode aus der Bradford Dementia Group, die das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz im Pflegealltag erfasst und Interaktionsqualität abbildet. DCM ist ein Werkzeug zur Qualitätsentwicklung auf Stationsebene, nicht für die Einzelfallbehandlung (Brooker, 2007).

Pharmakotherapie: kritisch und letzte Wahl

Antipsychotika werden in deutschen Pflegeheimen weiterhin häufig eingesetzt, obwohl ihre Wirksamkeit bei BPSD nur moderat ist und ernsthafte Risiken bestehen. Maust et al. (2015) zeigten in einer Kohortenstudie mit über 90.000 Patientinnen und Patienten: Die Number Needed to Harm für Mortalität liegt bei Haloperidol bei 26, bei Risperidon bei 27, bei Olanzapin bei 40 und bei Quetiapin bei 50. Das heißt: Schon die Behandlung weniger Dutzend Patientinnen führt rechnerisch zu einem zusätzlichen Todesfall, vor allem durch kardiovaskuläre Ereignisse, Aspirationspneumonie und Stürze. Banerjee (2009) bezifferte für Großbritannien 1.800 zusätzliche Todesfälle pro Jahr durch unindizierte Antipsychotika bei Demenz.
Die S3-Leitlinie Demenzen formuliert daher klare Empfehlungen (DGPPN & DGN, 2023): Antipsychotika sind nur indiziert bei psychotischen Symptomen mit hohem Leidensdruck oder bei akuter Selbst- und Fremdgefährdung, wenn nicht-medikamentöse Maßnahmen ausgeschöpft sind. Mittel der Wahl ist Risperidon in niedriger Dosis (0,5 bis 2 mg/Tag), zeitlich befristet auf maximal sechs Wochen mit anschließendem Auslassversuch. Haloperidol soll wegen extrapyramidaler Nebenwirkungen vermieden werden. Benzodiazepine sind ebenfalls kritisch zu bewerten und stehen auf der PRISCUS-Liste der potenziell inadäquaten Medikation für ältere Menschen.
Pflegerische Verantwortung im interprofessionellen Team: Vor jeder Bedarfsmedikation Indikation, Alternativen und Dauer dokumentieren, Wirkung und Nebenwirkungen mit standardisierten Instrumenten evaluieren und auf regelmäßige Auslassversuche drängen. Die Bundesärztekammer (2019) bestätigt diese Linie ausdrücklich.

Rechtlicher Rahmen: Freiheitsentziehende Maßnahmen

Bettgitter, Fixiergurte, Sitzhosen, Trickschlösser, sedierende Medikation gegen den natürlichen Willen: All dies sind freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM). Seit der Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts ist die Genehmigungspflicht in § 1831 BGB geregelt (vormals § 1906 BGB, Inkrafttreten 01.01.2023). FEM bedürfen grundsätzlich der Einwilligung der einsichtsfähigen Person oder, bei Einwilligungsunfähigkeit, der Genehmigung des Betreuungsgerichts auf Antrag der Betreuerin oder des Betreuers. Notstandsfixierung nach § 34 StGB ist nur bei akuter Gefahr und nur kurzzeitig zulässig (Bundesgesetzblatt, 2023).
Die Leitlinie FEM (Köpke et al., 2015) und der Werdenfelser Weg haben einen Paradigmenwechsel etabliert: FEM sind nicht alternativlos. Sturzprophylaxe gelingt besser durch Niederflurbetten, Sensormatten, adäquate Beleuchtung, Bewegungsförderung und Kraft-Balance-Training als durch Bettgitter. Studien zeigen, dass Bettgitter die Sturzhöhe erhöhen und damit das Verletzungsrisiko verstärken, statt es zu senken. Pflegerische Aufgabe ist die Dokumentation aller geprüften Alternativen vor jeder FEM-Beantragung. Der DNQP-Expertenstandard verankert diesen Ansatz verbindlich (DNQP, 2018).

Es gibt kein herausforderndes Verhalten, es gibt nur herausgeforderte Pflegende. Die Herausforderung liegt darin, die Botschaft hinter dem Verhalten zu entschlüsseln.

Selbstcheck

Kann ich den Begriff 'herausforderndes Verhalten' vom Begriff 'Verhaltensstörung' abgrenzen und die Perspektivänderung erklären?

Kenne ich das NDB-Modell, die person-zentrierte Pflege nach Kitwood und das ABC-Schema und kann sie auf Pflegesituationen anwenden?

Kann ich BPSD von einem Delir und einer Depression differenzialdiagnostisch abgrenzen?

Bin ich in der Lage, mindestens vier häufige Auslöser herausfordernden Verhaltens zu benennen?

Kann ich BESD, NPI, CMAI und die Cornell Scale strukturiert anwenden und interpretieren?

Kenne ich die evidenzbasierten nicht-medikamentösen Interventionen Validation, Erinnerungspflege, basale Stimulation, Musiktherapie?

Kann ich die Risiken einer Antipsychotika-Therapie bei Demenz benennen und im Team kritisch diskutieren?

Kenne ich die Genehmigungspflicht für FEM nach § 1831 BGB und den Werdenfelser Weg?

Reflektiere ich meine eigenen emotionalen Reaktionen auf herausforderndes Verhalten regelmäßig im Team?

Literaturverzeichnis

21 Quellen, alphabetisch nach Erstautor, APA 7. DOI-Links direkt klickbar.

Algase, D. L., Beck, C., Kolanowski, A., Whall, A., Berent, S., Richards, K., & Beattie, E. (1996). Need-driven dementia-compromised behavior: An alternative view of disruptive behavior. American Journal of Alzheimer's Disease, 11(6), 10-19. doi.org/10.1177/153331759601100603
Banerjee, S. (2009). The use of antipsychotic medication for people with dementia: Time for action. Department of Health UK.
Bartholomeyczik, S., Halek, M., Sowinski, C., Besselmann, K., Dürrmann, P., Haupt, M., Kuhn, C., Müller-Hergl, C., Perrar, K. M., Riesner, C., Rüsing, D., Schwerdt, R., van der Kooij, C., & Zegelin, A. (2006). Rahmenempfehlungen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten bei Menschen mit Demenz in der stationären Altenhilfe. Bundesministerium für Gesundheit.
Basler, H.-D., Hüger, D., Kunz, R., Luckmann, J., Lukas, A., Nikolaus, T., & Schuler, M. S. (2006). Beurteilung von Schmerzen bei Demenz (BESD). Der Schmerz, 20(6), 519-526. doi.org/10.1007/s00482-006-0490-7
Brooker, D. (2007). Person-centred dementia care: Making services better. Jessica Kingsley Publishers.
Bundesärztekammer. (2019). Stellungnahme zur medikamentösen Therapie der behavioralen und psychologischen Symptome der Demenz.
Bundesgesetzblatt. (2023). Gesetz zur Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts. § 1831 BGB neue Fassung, in Kraft seit 01.01.2023.
Cohen-Mansfield, J. (1996). Conceptualization of agitation: Results based on the Cohen-Mansfield Agitation Inventory and the Agitation Behavior Mapping Instrument. International Psychogeriatrics, 8(S3), 309-315. doi.org/10.1017/S1041610297003530
Cummings, J. L. (1997). The Neuropsychiatric Inventory: Assessing psychopathology in dementia patients. Neurology, 48(5 Suppl 6), S10-S16. doi.org/10.1212/WNL.48.5_Suppl_6.10S
DGPPN, & DGN. (2023). S3-Leitlinie Demenzen. AWMF-Registernummer 038-013, Langfassung Version 4.0. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/038-013
DNQP. (2018). Expertenstandard Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz. Hochschule Osnabrück.
Feil, N. (2010). Validation: Ein Weg zum Verständnis verwirrter alter Menschen (10. Aufl.). Reinhardt.
Halek, M., & Bartholomeyczik, S. (2006). Verstehen und Handeln: Forschungsergebnisse zur Pflege von Menschen mit Demenz und herausforderndem Verhalten. Schlütersche.
Husebo, B. S., Ballard, C., Sandvik, R., Nilsen, O. B., & Aarsland, D. (2011). Efficacy of treating pain to reduce behavioural disturbances in residents of nursing homes with dementia: Cluster randomised clinical trial. BMJ, 343, d4065. doi.org/10.1136/bmj.d4065
International Psychogeriatric Association. (2015). Behavioral and Psychological Symptoms of Dementia (BPSD): Educational Pack.
Kales, H. C., Gitlin, L. N., & Lyketsos, C. G. (2015). Assessment and management of behavioral and psychological symptoms of dementia. BMJ, 350, h369. doi.org/10.1136/bmj.h369
Kitwood, T. (1997). Dementia reconsidered: The person comes first. Open University Press. (Deutsche Ausgabe: Demenz. Der personenzentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen, Huber 2008).
Köpke, S., Möhler, R., Abraham, J., Henkel, A., Kupfer, R., & Meyer, G. (2015). Leitlinie FEM. Evidenzbasierte Praxisleitlinie zur Vermeidung freiheitsentziehender Maßnahmen in der beruflichen Altenpflege. Universität zu Lübeck und Medizinische Hochschule Hannover.
Livingston, G., Huntley, J., Sommerlad, A., Ames, D., Ballard, C., Banerjee, S., Brayne, C., Burns, A., Cohen-Mansfield, J., Cooper, C., Costafreda, S. G., Dias, A., Fox, N., Gitlin, L. N., Howard, R., Kales, H. C., Kivimäki, M., Larson, E. B., Ogunniyi, A., et al., & Mukadam, N. (2020). Dementia prevention, intervention, and care: 2020 report of the Lancet Commission. The Lancet, 396(10248), 413-446. doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30367-6
Maust, D. T., Kim, H. M., Seyfried, L. S., Chiang, C., Kavanagh, J., Schneider, L. S., & Kales, H. C. (2015). Antipsychotics, other psychotropics, and the risk of death in patients with dementia: Number needed to harm. JAMA Psychiatry, 72(5), 438-445. doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2014.3018
Warden, V., Hurley, A. C., & Volicer, L. (2003). Development and psychometric evaluation of the Pain Assessment in Advanced Dementia (PAINAD) scale. Journal of the American Medical Directors Association, 4(1), 9-15. doi.org/10.1097/01.JAM.0000043422.31640.F7

Hinweis zur Verwendung als Quelle

Dieser Artikel ist als Sekundärquelle für Facharbeiten in der Fachweiterbildung Gerontopsychiatrie und in der Pflegeausbildung konzipiert. Für eine Abschlussarbeit zitieren Sie bitte zusätzlich die im Text genannten Primärquellen direkt. APA-Zitation dieses Artikels: Tefett, D. (2026). Herausforderndes Verhalten in der Gerontopsychiatrie. Refresher Zentrum Wissensakademie. https://www.refresher-zentrum.de/wissensakademie/herausforderndes-verhalten-gerontopsychiatrie

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DT

Dennis Christoph Tefett

Psychologie, Erziehungs- & Sozialwissenschaften (M.Ed.) | Gesundheitsmanager (B.A.). Gründer des Refresher Zentrums. Über 300 Führungskräfte und Praxisanleitende geschult.

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