Aus der Praxis
Grundlagen des hämodynamischen Monitorings
Invasive und nichtinvasive Monitoringverfahren
Arterielle Druckmessung
Über einen arteriellen Katheter (meist A. radialis) wird der Blutdruck kontinuierlich als Kurve dargestellt. Der systolische, diastolische und mittlere arterielle Druck (MAP) werden in Echtzeit angezeigt. Der MAP ist der wichtigste Parameter für die Organperfusion. Ein Zielwert von mindestens 65 mmHg wird bei Sepsis angestrebt. Die Kurvenform gibt zusätzlich Hinweise auf Volumenstatus und Klappenfunktion.
Zentralvenöser Druck (ZVD)
Gemessen über einen zentralvenösen Katheter (ZVK). Der ZVD spiegelt den Füllungsdruck des rechten Vorhofs wider. Ein einzelner ZVD-Wert hat nur begrenzte Aussagekraft über den Volumenstatus. Aussagekräftiger ist der Trend: Steigt der ZVD bei Volumengabe, ohne dass sich der MAP verbessert, deutet dies auf eine fehlende Volumenreagibilität hin.
PiCCO (Pulse Contour Cardiac Output)
Erweitertes hämodynamisches Monitoring über Thermodilution und Pulskonturanalyse. PiCCO liefert das Herzzeitvolumen (HZV), den systemischen Gefäßwiderstand (SVR), das extravaskuläre Lungenwasser (EVLW) und den globalen enddiastolischen Volumenindex (GEDI). Diese Parameter erlauben eine differenzierte Therapiesteuerung bei komplexer Kreislaufinstabilität.
Pulmonalarterienkatheter (PAC / Swan-Ganz)
Der Goldstandard zur Messung des Herzzeitvolumens, des pulmonalarteriellen Drucks und des pulmonalkapillären Verschlussdrucks (PCWP). Aufgrund der Invasivität und potenzieller Komplikationen wird der PAC heute seltener eingesetzt. Indikationen sind schwere kardiale Dysfunktion und therapierefraktärer Schock.
Volumenreagibilität: SVV und PPV
Monitoring ersetzt kein klinisches Denken. Ein Monitor zeigt Zahlen, aber die klinische Integration bleibt Aufgabe des Behandlungsteams.
Selbstcheck
Kann ich die arterielle Druckkurve interpretieren und pathologische Veränderungen erkennen?
Verstehe ich die Limitationen des ZVD als alleiniger Parameter für den Volumenstatus?
Kenne ich die Parameter des PiCCO-Systems und deren klinische Bedeutung?
Kann ich SVV und PPV erklären und weiß, unter welchen Voraussetzungen sie valide sind?
Bin ich in der Lage, einen Passive-Leg-Raising-Test korrekt durchzuführen und zu interpretieren?
Kann ich im interprofessionellen Team eine differenzierte Einschätzung der hämodynamischen Situation formulieren?
Kenne ich den Unterschied zwischen Vorlast, Nachlast und Kontraktilität und deren Einfluss auf das Herzzeitvolumen?
Nächster Schritt: Fortbildung
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