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Beatmungsmanagement und Weaning auf der Intensivstation

Grundlagen der invasiven und nicht-invasiven Beatmung sowie strukturierte Weaning-Protokolle für die intensivpflegerische Praxis.

DTDennis Tefett|14 Min Lesezeit|Feb 2026Kostenlos
BeatmungWeaningIntensivpflegeICU
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Aus der Praxis

Patient Herr Lorenz, 67 Jahre, ist seit 14 Tagen maschinell beatmet. Heute scheitert der dritte Spontanatmungsversuch (SBT) nach wenigen Minuten: Atemfrequenz steigt auf 38/min, der Patient wird unruhig und zyanotisch. Das Team steht vor der Frage, wie es weitergeht und ob ein Tracheostoma in Betracht gezogen werden sollte.

Beatmungsmodi im Überblick

Die maschinelle Beatmung ist eine lebensrettende Maßnahme auf der Intensivstation, die jedoch mit erheblichen Risiken verbunden ist. Jeder zusätzliche Beatmungstag erhöht das Risiko für ventilatorassoziierte Pneumonien (VAP), Muskelatrophie des Zwerchfells (VIDD) und Langzeitkomplikationen. Deshalb ist ein strukturiertes Beatmungsmanagement mit dem Ziel einer möglichst frühen Entwöhnung (Weaning) von zentraler Bedeutung. Das Verständnis der unterschiedlichen Beatmungsmodi ist die Grundlage für jede pflegerische Einschätzung und interprofessionelle Kommunikation am Intensivbett.

SIMV (Synchronized Intermittent Mandatory Ventilation)

Kombination aus mandatorischen maschinellen Atemhüben und spontanen Atemzügen des Patienten. Die maschinellen Hübe werden mit der Eigenatmung synchronisiert. Wird häufig als Übergangsmodus im Weaning eingesetzt, da die maschinelle Unterstützung schrittweise reduziert werden kann.

ASB / PSV (Assisted Spontaneous Breathing / Pressure Support)

Der Patient löst jeden Atemzug selbst aus, die Maschine unterstützt mit einem einstellbaren Druckniveau. Das Atemzugvolumen variiert je nach Patientenanstrengung. Dieser Modus trainiert die Atemmuskulatur und ist ein wichtiger Schritt Richtung Entwöhnung.

CPAP (Continuous Positive Airway Pressure)

Der Patient atmet vollständig spontan, die Maschine liefert lediglich einen kontinuierlichen positiven Atemwegsdruck (PEEP). CPAP verhindert ein Kollabieren der Alveolen und verbessert die Oxygenierung. Dieser Modus entspricht nahezu der Spontanatmung und ist häufig der letzte Schritt vor der Extubation.

Weaning: Kategorien und Vorgehen

Weaning bezeichnet die schrittweise Entwöhnung von der maschinellen Beatmung. Die S2k-Leitlinie unterscheidet drei Kategorien des Weanings, die sich in Dauer und Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Eine korrekte Einstufung ist wichtig, um realistische Ziele zu setzen und die richtigen Strategien zu wählen. Der Spontanatmungsversuch (SBT) ist das zentrale Instrument zur Beurteilung der Weaningbereitschaft.
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Kategorie 1: Einfaches Weaning

Der Patient besteht den ersten SBT und wird erfolgreich extubiert. Dies betrifft etwa 60 bis 70 Prozent aller beatmeten Patienten. Die Voraussetzungen für den SBT sind: ausreichende Oxygenierung (PaO2/FiO2 > 150), hämodynamische Stabilität, wacher und kooperativer Patient, Hustenstoß vorhanden. Der SBT dauert 30 bis 120 Minuten unter T-Stück oder niedrigem ASB (maximal 7 cmH2O).

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Kategorie 2: Schwieriges Weaning

Der Patient benötigt bis zu drei SBT-Versuche oder bis zu sieben Tage nach dem ersten SBT, um erfolgreich entwöhnt zu werden. Häufige Ursachen für das Scheitern sind: unzureichende Atemmuskelkraft, kardiale Belastungsintoleranz, Angst oder Delir. Hier werden Strategien wie inspiratorisches Muskeltraining, optimierte Ernährung, Behandlung kardialer Komorbiditäten und psychologische Unterstützung eingesetzt.

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Kategorie 3: Prolongiertes Weaning

Mehr als drei gescheiterte SBT-Versuche oder mehr als sieben Tage Weaning nach dem ersten SBT. Diese Patienten profitieren häufig von einer Verlegung in ein spezialisiertes Weaningzentrum. Ein Tracheostoma wird bei prolongiertem Weaning oft nach 10 bis 14 Tagen invasiver Beatmung erwogen, da es die Sedierung reduziert, die Mundpflege erleichtert und die Mobilisation verbessert.

DOPES: Systematische Problemanalyse bei Beatmung

Wenn ein beatmeter Patient sich akut verschlechtert, hilft das Akronym DOPES bei der systematischen Fehlersuche. Es strukturiert die Ursachensuche und verhindert, dass wichtige Differentialdiagnosen übersehen werden. DOPES steht für: Dislokation (Tubus verrutscht?), Obstruktion (Tubus oder Atemwege verlegt?), Pneumothorax, Equipment (Gerätedefekt, Diskonnektion?) und Stomach (Magenüberblähung). Jeder Punkt wird systematisch abgearbeitet. Die pflegerische Ersteinschätzung am Bett ist dabei häufig entscheidend, da Pflegefachpersonen Veränderungen in Beatmungsparametern, Sekretion und Patientenzustand als erste bemerken.

Weaning beginnt nicht am Tag der Extubation, sondern am Tag der Intubation. Jede Maßnahme am beatmeten Patienten sollte die Frage einschließen: Bringt uns das der Entwöhnung näher?

Selbstcheck

Kann ich die Beatmungsmodi SIMV, ASB und CPAP erklären und ihre Rolle im Weaningprozess einordnen?

Kenne ich die drei Weaningkategorien und deren Abgrenzungskriterien?

Bin ich in der Lage, die Voraussetzungen für einen Spontanatmungsversuch (SBT) zu benennen?

Kann ich den RSBI (Rapid Shallow Breathing Index) berechnen und interpretieren (RSBI = Atemfrequenz / Tidalvolumen in Litern, Schwellenwert < 105)?

Weiß ich, wann eine Tracheotomie im Weaningprozess erwogen werden sollte?

Kann ich das DOPES-Schema bei akuter Verschlechterung eines beatmeten Patienten anwenden?

Kenne ich die pflegerischen Maßnahmen zur VAP-Prävention (Oberkörperhochlagerung, Mundpflege, Cuff-Druckkontrolle)?

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Nächster Schritt: Fortbildung

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